Das 17.Kapitel

Der Erwählte bittet Seinen Vater für Seine Jünger, dass Ihm als Mensch Verherrlichung gewährt wird.

1 Solches redete Jesus, und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: „Vater, die Stunde ist da  du deinen Sohn verklärest, auf dich dein Sohn dich auch verkläre [verherrliche]. 2 Denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen [über alles Irdische dieser Welt], auf  er das Ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben [anvertraut] hast.

Siehe Mt 11,26: »Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. 27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. « Auch hier wieder dieses einkreisende Selbst bezeugen des -trotz Verlassenseins- bestimmten und festen Wanderpredigers.

3 Das ist aber das Ewige Leben,  sie dich, [der du] allein Gott [bist, der wahre Gott dich] und den du gesandt hast, Jesus [als den] Christus. 4 Ich habe dich auf Erden verklärt indem ich das Werk vollendete, das du mir gabst, damit [es von mir getan werde].

Kurz leuchtet auf ein Zusammenhängendes, gut und köstlich für unsere Denkwelt als liebesdurstige Menschenkinder: Erkennen können, müssen, das Nichtwesen, die EINE, die lichterfüllte Leere und deren Wollen, Ihn, den Einzigartigen, den Erwählten, den Ersehnten, den ´Sohn´, der Menschen Sohn!, Er!, auch Er, der verherrlicht werden muss als heiliges Werkzeug des Allerhöchsten, welcher nun das irdische Werk vollbracht und das Gebot der Liebe uns geschenkt hatte. Und Er spricht weiter, nämlich mit der Bitte, sie die Juden zu erleuchten,  sie Sein Licht das wie von OBEN kommt, für immer sehen werden.
[Der große Paulus, bereits in Gefangenschaft schreibt im Philipperbrief (zeitlich wohl recht nahe diesem Evglm.): Phil 2,5: »Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war. 6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. 9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10  in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen,  Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.« Die Formvollendung der Übertragung ins Joh.Evglm. überrascht immer wieder.]


5 Und nun verkläre mich du, Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. 6. Ich habe deinen NAMEN offenbart den Menschen, die du mir in der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten. 7 Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. 8 Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben [gelehrt]; und sie haben's angenommen und erkannt wahrhaftig, dass sie glauben [wissen], dass du mich gesandt hast. 9 Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein.10 Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verklärt. 11 Und ich bin [wie bald!] nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, dass sie eins seien gleich wie wir. 12 Solange ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich [behütete] sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahrt, und ist keiner von ihnen verloren, als das verlorene Kind [der Sohn], dass die Schrift erfüllet würde. 13 Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt [spreche mit dir], auf dass sie [mich hören und] in ihnen meine Freude vollkommen haben.

Immer wieder diese -an sich in der Welt nicht begründbare- Freude des in der Geborgenheit des Glaubens offenbarenden Menschenkindes! In der Tiefe das wahrhaften Auftrages bezieht sich der Sohn ernsthaft und befriedigt auf Ordnung der Aufgabe.

14 Ich habe ihnen dein Wort [deine Wahrheit] gegeben, und die Welt aber hasst sie [dafür], denn sie sind nicht von der[en] Welt, wie auch ich nicht von der[en] Welt bin. 15 Ich bitte dich nicht, dass du sie aus dieser Welt [heraus] nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. 16 [Hilf ihnen denn] sie sind nicht von dieser Welt, wie auch ich nicht von dieser Welt bin. 17 Heilige sie durch die Wahrheit; [denn] dein Wort ist Wahrheit.

W.Jens zu Vers 14: »Ich bitte dich, Vater, nimm sie nicht fort! Lass sie nicht sterben, nur bewahre sie vor dem Bösen. Hilf ihnen, denn sie sind fremd in der Welt: so wie ich. Gib ihnen Segen, lass sie die Wahrheit erkennen: dein Wort! « Herausnehmen aus der feindlichen Welt. Wie klar bei Jens!

18 So wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe ich sie auch in die Welt [aus]gesandt. 19 Ja, für sie heilige ich mich selbst, auf dass geheiligt seien in [deiner] Wahrheit."

Eigentliches hat Er nicht, kann Er nicht haben: Er wurde (wohl ungefragt) zum ´Sohn´, durch Seines Vaters verliehene Sohnschaft; Seine Aufgabe wird sein, heilig zu werden durch das Unmögliche, sich unschuldig für die immer in Sündhaftigkeit verstrickte Welt hinzugeben, als Basis, als Untergrund aller Tugend. Und vorsorglich arbeitet der Evglst. heraus die Sorge des Erwählten um den Fortbestand der winzigen, aufgeschreckten Gemeinde: Er übergibt die Kraft Seines Worts an Seine Jünger. In einer Art rückkoppelnden Dialogs versichert Er Sich und den Getreuen (die Ihn als LOGOS, als Mittler vertrauen) des Beistands, aus der Fülle des GANZEN heraus. Soweit Seine Hinwendung ins väterliche, wie EINZIGE, Herkommen akzeptabel sein kann, soweit wird Sein Gefolge durch Seine Bitte gestärkt werden.

20 „Nicht nur für sie bitte ich, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben [werden], 21 damit sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

Paulus im Römerbrief: Röm 10,16: »Aber sie sind nicht alle dem Evangelio (der Guten Nachricht) gehorsam. Denn Jesaja spricht: ´Herr wer glaubt unsern Predigern? ´ 17 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. « Und wie kommt das Wort zu den Menschen? Paulus im Brief an die Galater: Gal 3,23 »Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. 24 So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. 25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. 26 Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus [geworden]. 27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. 28 Hier ist nicht [mehr] Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt Einer in Christus Jesus. «

22 Und ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, dass sie eins seien, wie wir eins sind: 23 ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen seien in eins und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und liebest sie, gleich wie du mich liebst. 24 Vater, ich will, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, dass sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegründet ward. 25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese erkennen, dass du mich gesandt hast. 26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und will ihn verkünden, auf dass die Liebe, mit der du mich liebst, sei in ihnen und ich in ihnen.“

Der Erwählte erbetet (für sich) und bittet für seine kleine Schar. Sie sind unter sich. Das Ungeheuerliche seiner Worte bleibt unter ihrem Schutz, in ihnen geborgen. Ausserhalb ist das schlichteste Verkennung von jeder Stellung in der Welt. Der Evglst. hat seine Gemeinde so weit,  er ihr entsetzliche, liebesgetränkte und ungeheure Herrenworte zumuten kann. Im INNEN wie tränenüberströmt und voll tiefer Bereitschaft Seinen Weg verstehen zu wollen, wird die Gemeinde lauschen und verstehen (müssen). Was der Erwartete Seinem Eigen vermitteln wollte, war ihr aufgefrischt beseeltes Wissen von ihren eigenen Ewigen Gott.  Er soviel von Sich reden musste, war, um sie immer wieder zu öffnen zum Menschproblem, das unser aller beschwerliches Hinleben zur Sinnerfüllung ist!

07-1996//03-2006//02-2009//