|
Das 7.Kapitel Der Offenbarer versucht dem Volk Seine Vorstellung vom Sinn Seiner Existenz zu vermitteln. Sie aber wollen Ihn nicht verstehen. [Siehe Textverlauf Kapitel 5 und 6 oder Kapitel 10 und 11. Lassen wir es so sein wie es im Evglm. heute zu uns kommt! Auch im Traum sieht man hellwach Unordnungen, trotzdem ist die (Traum)-Wirklichkeit jetzt.] 1 Danach zog Jesus umher in Galiläa; denn Er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil ihm die Juden [dort] nach dem Leben trachteten. 2 Es war aber nahe das Laubhüttenfest der Juden. [Erntedank-Fest; Erinnerung an das Wohnen in (Laub)Hütten beim Auszug aus Ägypten, siehe Lev 23,42. Das Fest ging der Regenzeit Palästinas unmittelbar voraus (tägliches Wasseropfer).] 3 Da sprachen seine Brüder zu ihm: "Mach dich auf von hier und geh nach Judäa, damit auch deine Jünger (= Anhänger) [dort] die Werke sehen, die du tust. 4 Niemand tut etwas im Verborgenen und will doch in der Öffentlichkeit stehen. Wenn du (schon) solche Dinge tust, tritt selbst vor der Welt in Erscheinung!" [W.Jens wesentlich informativer, natürlich nicht ´wortwörtlicher´: die Brüder sagen: »Du warst lange genug in Galiläa, jetzt solltest du auch in Judäa deinen Schülern dort zeigen, welche Wunder du tust. Sie wollen dich sehen, in ihrer Heimat! Denk daran, niemand kann im Verborgenen wirken, der etwas gelten will bei den Menschen.«] 5 Denn nicht einmal seine Brüder vertrauten auf ihn. 6 Da spricht Jesus zu ihnen: "Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit ist allzeit bereit. 7 Die Welt kann euch nicht hassen. Mich aber hasst sie, denn ich bezeuge über sie [weil ich von ihr bezeuge], dass ihr [ganzes] Treiben in der Welt böse ist und ihre Werke sind schlecht. 8 Geht ihr hinauf zum Fest! Ich will [noch] nicht hinauf gehen zu diesem Fest, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt." 9 Das sagte er und blieb in Galiläa. Da ist einige Andeutung zu erkennen: was und wie musste im Kreis seiner Familie kopfschüttelnd diskutiert worden sein: wie kann Einer -aus dem Nichts heraus- von Sich Ungeheuerliches behaupten und wollen dass es geglaubt wird! Was musste in Ihn gefahren sein, dass Er, statt den Zimmermann-Beruf des Vaters auszuüben, als Bettel-Prophet in den Provinzen herum wandert! Der Evglst. verbrämt die Worte der Brüder mit taktischer Weisheit, jedoch: wie furchtbar würde die ironische Verabscheuung der Familie und Nachbarn gewesen sein für einen nicht insich Gefestigten! Dem Erwecker jedoch war dies nur Hinweis, Seine Aufklärungs-Arbeit zu verstärken. Hatte Er sich nicht rüde von Seinem Herkommen getrennt, die Verwandtschaft bestritten und neue begründet, dann, wenn sie den Willen Seines ´Vaters´ erfüllten? Souverän verfügte Er über die familiäre Bindung; Er war Selbst der Kern aller Familie! Mit Ihm in der Mitte war aller Punkt der Hinwendung zu finden! Jedoch, welche wahnwitzige und wie ergebnislose Arbeit war noch vom Offenbarer zu leisten! Und Er geht später doch auf das Fest. Wieso? [War es -was historisch passen würde- der blutig niedergeschlagene Aufstand während des Festes, der Ihn in Seinem Überwissen abhielt? Die Juden waren in Aufruhr, weil bekannt wurde, dass Pilatus mit verdeckten Steuern , entnommen aus dem Opferstock (unter Duldung der Geistlichkeit) einen Viaduktbau finanzieren wollte (s. Flavius Josephus). Oder war der Grund der umgestürzte Turm von Siloah (s. Lk 13,1-4) ? Er , wie immer, nicht in fremde Händel verwickelt, vorweg wissend, wich dem aus.] 10 Als aber seine Brüder hinauf [nach Jerusalem] gegangen waren zum Fest, da ging auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. 11 Da suchten ihn die Juden auf dem Fest und fragten: "Wo ist der?" 12 Und es war ein großes Gemurmel über ihn im Volk. Einige sprachen: Er ist fromm [und tüchtig]; andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk. 13 Niemand aber redete offen über ihn aus Furcht vor den Juden [die die Macht hatten]. [Jene Juden, die der (charismatischen) Messias-Erwartung anhingen und nun meinten sie wäre erfüllt, fürchteten sich vor den Juden, die im Erwählten nicht den Messias sondern nur einen Störenfried sahen. Der Evglst. kann sich wieder einen Seitenhieb auf die zeitgeistlichen ´Juden´ nicht verkneifen (immerhin formt er den Text im Reiche Roms...)] 14 Schon war das Fest halb vorüber, da ging Jesus hinauf in den Tempel [Heiligtum] und lehrte. 15 Und die Juden verwunderten sich und sprachen: "Wie kann dieser die Schrift verstehen, wenn er es doch nicht gelernt hat?" Hier -wie nebenbei- überstürzen sich die Ereignisse, fordert Er die Macht heraus: Er als wanderpredigender Handwerker lehrt im Tempel! Siehe Mt 13,54-57. Und Schrift verstehen, Lesen lernen nur mittels der (Heiligen) Schrift ergab in dieser Zeit die Doppelbedeutung: wer Lesen kann, hat nur mittels der Heiligen Schrift lesen gelernt! Was aber nicht bedeutete die Schrift (die 5 Bücher Mose) auch nur ansatzweise interpretieren zu können/dürfen. Jesus als Sohn eines Zimmermanns (eigentlich eines Bauhandwerkers, der mit Gehilfen Häuser errichtete oder Höhlen wohnbar machte) ging sicher als Kind in die Synagoge (vor Zerstörung des Tempels Schule), um Lesen und Schreiben zu lernen. In Israel weltweit erster (!!) Versuch einer allgemeinen Schulpflicht (für Knaben), initiiert durch den pharisäischen Gelehrten Simon Ben Schetach 75 vC. Um 66-70 nC wieder aufgenommen, ab dem 2.-3.Jh andauernde Schulpflicht(!), nun in der Diaspora.] 16 Jesus antwortete ihnen und sprach: "Meine Lehre ist nicht die meinige, sondern dessen, der mich gesandt hat. 17 Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden [erkennen], ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede. 18 Wer von sich selbst aus redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit [Selbstsucht] ist in ihm. 19 Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben? Und [doch] niemand unter euch hält ein das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten?" [Siehe der Brief des großen
Paulus an die Gemeinde von Rom, geschrieben vor diesem
Evglm., ca. 57/58 nC. Röm 2,17: »Wenn du dich aber
Jude nennst und verläßt dich aufs Gesetz und rühmst
dich Gottes 18 und kennst seinen Willen und prüfst, weil du
aus dem Gesetz unterrichtet bist, was das Beste zu tun sei, 19
und masst dir an, ein Leiter der Blinden zu sein, ein Licht
derer, die in Finsternis sind, 20 ein Erzieher der
Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, weil du im
Gesetz die Richtschnur der Erkenntnis und Wahrheit hast -: 21 Du
lehrst nun andere, und lehrst dich selber nicht? Du predigst, man
solle nicht stehlen, und du stiehlst? 22 Du sprichst, man solle
nicht ehebrechen, und du brichst die Ehe? Du verabscheust die
Götzen, und du raubest Gott, was sein ist? 23 Du rühmst
dich des Gesetzes, und schändest Gott durch Übertretung
des Gesetzes? 24 Denn ´euretwegen wird Gottes Name
gelästert unter den Heiden´, wie geschrieben steht
(Jesaja 52,5)«] 20 Das Volk antwortete: "Du bist besessen [vom Teufel]; wer sucht dich zu töten?" 21 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: "Ein einziges Werk [hier in Jerusalem] habe ich getan, und es wundert euch alle. 22 Mose hat euch doch die Beschneidung gegeben -nicht dass sie von Mose kommt, sondern von den [Erz] Vätern- und ihr beschneidet den Menschen auch am Sabbat. 23 Wenn nun ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht das Gesetz des Mose gebrochen werde, was zürnt ihr dann mir, weil ich am Sabbat einen ganzen Menschen gesund gemacht habe? 24 Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern das gerechte Urteil sei euer Urteil." [Siehe 1.Mose 17,1-12. Abraham
der erste im Bund, der beschnitten wurde. Beschnitten wurde am
8.Tag nach der Geburt, also auch am Sabbat (um dem Gesetz
des Bundes zu entsprechen). Während sonst am Sabbat,
ausgenommen bei Lebensgefahr eines Kranken, keine Versorgung
(Arbeit) erlaubt war. Ein eher gelehrter Hinweis (R.Bultmann)
dass das Beschneidungsgebot aus der Zeit der Patriarchen stamme
und der EINE Gott sich Moses offenbarte als der ´Gott
Abrahams, Isaaks und Jakobs´ (Historisch war die
Beschneidung in den Völkern des Alten Orients weit
verbreitet und kam wohl über Ägypten nach Israel)] 25 Da sprachen einige aus Jerusalem: "Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? 26 Und siehe, er redet frei und offen, und sie sagen ihm nichts. Sollten unsere Oberen nun wahrhaftig erkannt haben, dass er der Messias [der gesalbte Herr] ist? 27 Doch wir wissen, woher dieser ist; wenn aber der Gesalbte kommen wird, so wird niemand wissen, woher er ist." Das kann der Hinweis
sein, dass der verborgene davidische Messias (auch für
den Evglstn. zur Zeit der Niederschrift) nicht gekommen ist.
Jesus ist also nicht Davids Nachfolger (Davids ´Sohn´)!
Und damit auch nicht der zum König Gesalbte! Bei Mt
und Lk gibt es (neben der jungfräulichen Geburt) ein
davidisch-königliches Herkommen in Form einer
unvollständigen Ahnentafel Jesu, um so die Prophezeiung zu
erfüllen. Welches Motiv leitet hier den Evglstn.? War er
theologisch bereit, die Herkunft Jesu unabhängig von David
zu sehen, weil er wie bei Mk dieses Thema nicht für wichtig
hielt? War das der Hinweis des Evglstn., dass der Erwählte
schon immer in der Welt war, vor David, vor
Abraham? Also mehr als jede Abstammung, SELBST das OBEN, die
Wurzel? Trotzdem: Ist es sinnvoll auf die königliche
Herkunft zu verzichten? War die Geschichte Jesu bereits anders
etabliert, sodass die vorliegende Version tragbar wurde? Ist
dieses Evglm. für die ´Griechen´, denen David
nichts sagen kann? Also war Er nur der -in Sich
einzigartige- charismatische Prediger, der ´Gerechte´?
Der im Geiste der Wirklichkeit der Wahrheit des Glaubens
an den einzigen Gott WIRD, zum königlichen Vermittler.
Wie verständlich ist dann die Tötungsabsicht durch die
Geistlichkeit, die nicht glauben kann! [Eigentlich für
alle unannehmbar, dass Gott sich in EINEM Menschen manifestiere.]
Ein bedeutungsvoller Einschub. Der Grund ist nicht klar, es sei
denn die Unwissenheit der Erwartungshaltung der ´Juden´,
die auf den verborgenen Messias warteten, wird hier drastisch
vorgeführt. 28 Da rief Jesus, der im Tempel lehrte, laut und deutlich: "Ihr kennt mich und wisst, woher ICH BIN. Aber nicht von mir selbst aus BIN ICH gekommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger [der Einzige], der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt. 29 Ich aber kenne ihn; denn ICH BIN von ihm [her ausgegangen], und er hat mich gesandt." 30 Da suchten sie ihn zu ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Bei den Synoptikern vermeidet
Er solch Zeugnis, bzw die S. vermeiden in ihrem Text diese Art
Darstellung! Warum aber hier? Ist Er nicht (mehr) der
(verborgene) Menschensohn? Ist Er mehr, IST Er schon der Kyrios,
der Herr? Es ist ein großes Rätsel warum die Autoren
hier das Risiko eingehen, Jesus, völlig abweichend von der
Tradition der Synoptiker, so doppeldeutig als Zimmermanns-Sohn
und als der Gesandte zu zeigen. Im Vergleich zur
Apostelgeschichte -dort wo um Christi Identität (=Sinn)
mit allen rhetorischen Mitteln gekämpft wird- werden hier
Standpunkte wie irr bestimmend und auch vage -fast aufgeberisch-
nebeneinander dargestellt: Jesu kann so Sein oder so Sein (siehe
später bei der Auferstehung: Er erscheint in anderer
Leibeshülle!). An eine schriftstellerische Dramaturgie ist
nicht (mehr) zu denken, da der Text als liturgisches, heiliges
Dokument in der urkirchlichen Gruppe vorgelesen und diskutiert
wurde. Ein sehr deutlicher Hinweis insgesamt, dass dieses Evglm.
einer anderen, zweiten, Tradition verpflichtet ist: Nicht
nur spricht hier ein Jesus von sich als ein Mittler in der im
Glauben versteinten (wieder wie ungläubig gewordenen) Welt,
sondern der Aufbau des Textes zeugt von einer Unstreitbarkeit,
als wäre er zu vollendeten Tatsachen (etabliertes
Urchristentum?) skandierend geschaffen worden. Also eher spätere
Entstehungszeit oder tatsächlich früher(!), weil auf
paulinischem Niveau, ohne die mythische ´Frische´
der Synoptiker? 31 Aber viele aus dem Volk glaubten an ihn [gelangten zum Vertrauen an ihn] und sprachen: "Der Messias, wenn er kommt, wird er etwa mehr Zeichen tun, als dieser getan hat?" 32 Und es kam den Pharisäern zu Ohren, dass im Volk solches Gemurmel über ihn war. Da sandten die Hohen Priester und Pharisäer Knechte aus, die ihn ergreifen sollten. 33 Da sprach Jesus: "ICH BIN noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. 34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ICH [dann] BIN, könnt ihr nicht hinkommen." [Später, in 13,33, verabschiedet Er sich noch dringlicher und wie schwebend, ohne Bitterkeit.] In Ruhe spricht der Ersehnte, während die etablierte Kirche, die zugleich auch die ´staatliche´ Verwaltung unter der Besatzungsmacht ist, in Sorge und Gehorsam (vor den Römern) ihre Büttel loslässt, um Ihn zu finden und festzunehmen. Was Er sagt ist für die Zuhörer unverständlich, denn Er erzählt von Sich und von dem was Er nur wissen und meinen kann: Mit Seinem erzwungenen (oder geplanten?) Fortgehen aus der Welt (zurück nach Hause zum ´Vater´, in das unerreichbare Haus der ewigen Ideen von der Welt) wird Er sie allein lassen, es wird durch Ihn keine Zeit des Gerichts geben; sie werden Seine Wiederkehr erwarten müssen, für immer. 35 Da sprachen die Juden untereinander: "Wo will der [schon] hingehen, dass wir ihn nicht finden könnten? Will er zu denen gehen, die in der Diaspora unter den Griechen wohnen, und der Lehrer der Griechen werden? [Diaspora (=Zerstreuung, für die Juden aber Verbannung): Hier die in allen Ländern des Altertums lebenden Juden als Minderheiten nach der Zerstörung Jerusalems 587 vC. Tatsächliche Diaspora nach der endgültigen Zerstörung Jerusalems (Aufstand des Bar-Kochba 132-135 nC), die den Juden per Todesstrafe das Betreten der (neuen) Stadt verbat.] 36 Was ist das für ein Wort, dass er sagt: Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, da könnt ihr nicht hinkommen?" Für eine nach den richtigen Weg dürstende gläubige Menge, ist sie zu aufgeweckt und zu wenig unterwürfig (dh sie ist ohne Idee vom ETWAS, das über sie hinaus weisen könnte). Ist das die dialektisch dramatische Gestaltung des Evglstn., der (mit seinen Lesern) weiss, dass die Zeit des Einzigen kommen wird und dass es besser gesagt als verschwiegen sein soll. Oder ist Seine Rede einfach so, eben weil Er so inkommensurabel ist und es nichts weiter bedurfte, als den tapferen Worten dieses tapferen, unverdriesslichen Menschen zu folgen und alles würde sich dann wie von selbst finden? Oder bedarf es der Ausserordentlichkeit, des unmenschlichen Wunders, das in keinem Erfahrungsschatz befindliche Erlebnis von der glorreichen Wiederkehr des Erwählten? Und da sich in dieser Welt Sein Wunder nicht erfüllen konnte, so musste -geschlossenen äusseren Auges- gesehen werden das Unsehbare, und die Unmöglichkeit also, hat den Anstoss zur Erschütterung, zum (neu erfrischten) Glauben gegeben? Wird mit diesem Start der Glaube seriöser und er für immer einbezogen im Gedenken an den Einzigen Gott? Oder ist das Mummenschanz des Altertums in hellenistisch-christologischer Aufbereitung? Vielen -für sich bewusst- in der Hochzivilisation befindlichen Menschen heute, ist es unerträglich, die hochfliegende, christliche Philosophie verquickt zu sehen mit allerlei wortwörtlicher und sinnhafter Unmöglichkeit und obwohl sie wissen sollten, dass der Anfang nicht immer das Weitere schmähen muss, fühlen sie sich hier nicht wohl und bleiben fern dem Gedankengut des Erwählten. 37 Aber am letzten Tag des Festes, den allerhöchsten, trat Jesus auf und rief [und seine Stimme war laut]: "Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! 38 Und wie die Schrift sagt, wer auf mich vertraut, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fliessen." Selbstverständlich finden
sich wortwörtliche Entsprechnungen nicht in der ´Schrift´
(Joel 4,18; Sach 14,8; Hes 47,1-12), aber Jesaja 58,11: »Und
der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in
der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein
wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es
nie an Wasser fehlt.« . Auch Jer 31,12: »Sie werden
kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen und sich freuen
über die Gaben des HERRN, über Getreide, Wein, Öl
und junge Schafe und Rinder, dass ihre Seele sein wird wie ein
wasserreicher Garten und sie nicht mehr bekümmert sein
sollen. 13 Alsdann werden die Jungfrauen fröhlich beim
Reigen sein, die junge Mannschaft und die Alten miteinander; denn
ich will ihr Trauern in Freude verwandeln und sie trösten
und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis.« 39 Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der [Heilige] Geist nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht worden. 40 Einige nun aus dem Volk, die diese Worte hörten, sprachen: "Dieser ist wahrhaftig der Prophet." 41 Andere sprachen: "Er ist der Christus (Messias)." Wieder andere sprachen: "Nicht doch! Soll der Christus aus Galiläa kommen? 42 Sagt nicht die Schrift: aus dem Geschlecht Davids und aus Bethlehem, dem Dorf wo David war, soll der Christus kommen?" Schlau werden alle Gegenargumente aufgeführt und bereit gehalten und zugleich eingearbeitet. Nach der Textlage ist die Entscheidung wohl für den priesterlichen Messias gefallen? Und die Bilder als Hinweis auf die zwölf Stämme Israel, fügt sich das zusammen? Und: Ausweglose Frage in auswegloser Zeit! Es ist unvorstellbar und auch heute unmöglich, dass in sinnentleerter Zeit Einer kommt und ein lebbares Friedensreich aufzeigt. Denn aller Frieden ohne Ideologie ist nur Nichtkrieg zwischen den Kriegen und nicht das Hinleben in ein glückliches Wohlgefallen mit dem Nachbarn. Das Volk schüttelt den Kopf, räumt wohl ein, hofft, will jedoch sicherer gehen, zaudert auch wegen der antriebslosen wie bescheidenen Glückseligkeit die Er verkündet. Ist Er nun der Meister des gottseligen Verzichts -wenn auch glühend- aber doch aussichtslos ob der Wirkungsdauer in der Menschenwelt? Der Text wirft die ORTsfrage vordergründig beweiswürdigend auf: der Evglst löst durch das (geistige) Herkommen der Offenbarers jeden ORT von Ihm, globalisiert ihn. 43 So entstand seinetwegen Zwietracht im Volk. 44 Es wollten aber einige ihn ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn. 45 Die Knechte kamen zu den Hohenpriestern und Pharisäern [zurück]; und die fragten sie: "Warum habt ihr ihn nicht gebracht?" 46 Die Knechte antworteten: "Noch nie hat ein Mensch so geredet wie dieser." 47 Da antworteten ihnen die Pharisäer: "Nicht doch! Auch ihr seid irre geführt? 48 Glaubt denn einer [von uns] von den Oberen oder Pharisäern an ihn? 49 Nur das Volk tut's, das nichts vom Gesetz weiss; verflucht ist es." 50 Spricht zu ihnen Nikodemus, der vormals [bei Nacht] zu Jesus gekommen war und der einer von ihnen war: 51 "Verurteilt denn unser Gesetz einen Menschen, ehe man ihn verhört und seine Schuld festgestellt hat?" [Siehe 5. Mose 1,16.] 52 Sie antworteten und sprachen zu ihm: "Nicht doch! Bist du auch ein Galiläer? Forsche doch nach und lerne zu begreifen: Aus Galiläa steht kein Prophet auf." 53 Und jeder ging heim. Nikodemus wird als wichtige
Figur der Obrigkeit eingeschalten. Er bleibt sachlich, ist wie
unbeeindruckt von der Sendung des Offenbarers, weil er
offensichtlich nicht anfällig für einen Neuen Bund ist?
Jedoch das dumme, verfluchte, ungebildete Volk, das nicht mehr
Rechtes, Richtiges, vom Gesetz wissen kann, als das, was man ihm
vermittelt hat; das Volk, wird verführt vom Wanderprediger,
wie von jedem Verführer. Die Knechte kommen wie von einer
Gehirnwäsche zurück und das ist für die Obrigkeit
völlig unannehmbar: Ein gefährlicher Mann aus Galiläa,
der eigentlich nichts sein konnte. Hatten die hohen Herren
tatsächlich an einen kommenden Messias geglaubt, der ihre
Macht nur verkleinern würde oder wird da nur eine Struktur
vom Evglstn. fortentwickelt? 03-1996//08-2005// |