|
Das 8.Kapitel Er dringt immer mehr ein in das Selbstverständnis der Juden. Er zeigt ihnen Seinen Platz in ihrem Schicksal, aber sie sehen an Ihm vorbei in ihre martialische Zukunft. [In den ältesten Abschriften sind die Verse 7,53-8,11 nicht enthalten. Wie schon angeführt: die Absicht des Evglstn. ist wichtig, nicht das Wortwörtliche (siehe die Verwendung der NAMEN Ölberg und Schriftgelehrte, die sonst nicht vorkommen). Möglich ist, dass in ganz früher Fassung dieser ´Sünderin´-Text vorhanden war und später, aus wachsender Rigidität (´...ein auf Askese ausgerichtetes Elite-Evglm.´ G.Keil.), entfernt und -noch später- wieder angefügt wurde. Die Verse hier, könnten einer nichtkanonischen Quelle entstammen, die auch Lukas benutzte.] 1 Jesus aber ging [hinauf] zum Ölberg [und blieb dort, allein, in der Nacht]. 2 Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie. 3 Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte 4 und sprachen zu ihm: "Meister [Lehrer], diese Frau ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. 5 Moses aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen. Was sagst du?" 6 Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen [zu überführen], damit sie ihn verklagen könnten. [Der Ehebruch im Alten Orient
verletzte nicht nur das Besitzverhältnis sondern auch die klare
(männliche) Rechtsordnung der Ehe. Auch war er eine Sünde
(siehe 2.Mose 20,17) und wurde mit dem Tode durch Steinigen oder
Verbrennen bestraft. Ehebruch begeht der verheiratete Mann nur dann,
wenn er in den Bund eines Anderen (=Mannes) einbricht (!); die
verheiratete Frau begeht immer (!) Ehebruch wenn sie sich mit einem
Anderen (ob verheiratet oder nicht) einlässt. Im AT galt die Ehe
als normale Lebensform (mit ab 18 Jahren Ehebeginn). Keine
Nachkommen zu erzeugen galt als Schande (für die Frau!). Männer,
die keine Ehe eingingen, handelten ´schöpfungswidrig´.
Akzeptierte Ausnahme war Ehelosigkeit (Jungfräulichkeit
der Propheten) aus religiös-asketischen Gründen.] Aber Jesus beugte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: "Wer unter euch ohne Sünde ist [ein Ehemann ohne Fehl], der werfe den ersten Stein auf sie." Siehe der große Paulus der gegen die ausgleichende nicht sühnende Strafe der Juden vorgeht in Röm 2,1: »Darum, O Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen [von Schuld befreien], wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den andern richtest, verdammst du dich selbst, weil du eben dasselbe tust, was du richtest.« Und hier die Vollstreckung: die (zwei) Zeugen (Ankläger) müssten bei der Steinigung den ersten Stein werfen! Werden sie des falschen Zeugnisses überführt, werden sie selbst gesteinigt! 8 Und wieder beugte er sich nieder und schrieb auf die Erde. 9 Als sie aber das hörten, gingen sie weg [aus dem Tempel hinaus] von ihrem Gewissen überführt, einer nach dem andern, von den Ältesten an bis zu den Geringsten; und Jesus blieb zurück allein mit der Frau, die in der Mitte stand. 10 Jesus aber richtete sich auf und da er niemand sah als die Frau, sprach er zu ihr: "Wo sind sie, Frau deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt?" 11 Sie aber sprach : "Niemand, Herr." Und Jesus sprach: "So verdamme [verurteile] ich dich auch nicht [du bist frei]; geh hin und sündige hinfort nicht mehr." Das ist zu schön um wahr zu
sein! Wie können diese verhärteten gesetzestreuen
Karrieristen sich plötzlich leisten alternativ zu werden und
Jesu (unerfüllbares) Wort annehmen und -wider der Gesetzeslage-
die Frau (wenn sie schuldig ist, wo sind die Zeugen
geblieben?) frei zu geben! So, als würde die Gerichtsbarkeit ab
nun offen und einsichtig geworden sein. Das kann nicht gemeint sein!
Dann zerbräche die (scheinbare) Möglichkeit der
Bereinigung, dh: die Strafe stellt das Gleichgewicht wieder
her (s.´Auge um Auge´, usf.). Oder alles ist ein
Paradoxon: Die Zeugen die zur Verurteilung führten, müssten
auch das Urteil vollstrecken, das aber in der Zeit Jesu nicht durch
sie vollstreckbar war. Sie werfen den Stein nicht, weil sie als Juden
das Urteil nicht vollstrecken dürfen oder weil sie an die
Unschuld der Frau (bedingt durch die geringere Mitschuld
ihres Handelns) glauben. Sie tun nichts! Und weiter: Er hat sich
nicht zum radikalen, kriegerischen, Messias provozieren lassen
und die Juden ermuntert sie zu steinigen, auch wenn sie das nicht
durften; auch das Andere, die Knechtschaft der Juden unter den
Römern, interessiert Ihn nicht. Denn, Er will ihnen das Innere
des ´Gesetzes´ zeigen, nicht nur die Begierde im INNEN
die zur Sünde ins AUSSEN durchbricht, Er will sie hinweisen auf
die insgesamt im Verhältnis zu Gott innewohnende Verpflichtung
zu versuchen für die Sünden beim ´Vater´
einzustehen. Dieser wird die Versöhnung gewähren wenn er
will: der Schuldige der um Verzeihung gebeten hat, ist dann
nicht befreit von seiner Schuld, wohl aber von der Sünde.
[Generelle Ersatz-Leistung wie Geldstrafe oder Freiheitsentzug
war in der Rechtsauffassung der Juden (zZ Jesu noch) nicht
vorgesehen.] 12 Und dann sprach Jesus zum Volk: "ICH BIN das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." [Siehe Jesaja, der berichtet was
der HERR zu ihm spricht: 49,6 »Er spricht: "Es ist zu
wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten
und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich
auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die
Enden der Erde."«, ferner, hier Zion (Jerusalem und seine
Bewohner) näher meinend in Jes 60,20: »"Deine Sonne
wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren;
denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines
Leidens sollen ein Ende haben."«] 13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: "Du zeugest von dir selbst; dein Zeugnis [als einziges allein] ist nicht wahr." 14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: "Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis doch wahr; denn ich weiss, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. 15 Ihr beurteilt rein irdisch nach dem Fleisch [der ´Wirklichkeit´ des Menschen. Fleisch kennt nur Fleisch!]. Ich beurteile [richte] niemand. Und was Er meint mit Fleisch, das ist das (wie gegensätzlich) nur Körperliche, die leibliche Existenz, das TEILhafte in der Welt, auch als pragmatische Problem-Lösung. Während das Nichtwirkliche (und Nichtwirkende?) die mögliche Welt des Erlösers ist: der von Ihm enthüllte Sinn dieser Welt, nämlich in das richtig hingeordnete Leben zum Ideal des Einzigen Gottes, ist das einzig Sinnvolle. (Jedoch: Wohlbegründetes, anständiges Leben und hohe Ethik ist auch möglich ohne Hinwendung zum VaterGott, denn was ihm versprochen, ist bereits als Ordnung, Tugend in der Welt...) Er gibt Zeugnis, natürlich und sehr irdisch, und Seine Wirklichkeit ist wahrhaftig, aber wie unwahr, denn die Pharisäer wissen nicht (mehr) von Seinem Gott, sie wissen nur (noch) von dem was in ihrem Gesetz steht, was angestrengt gelernt werden kann und die prophetischen Schriften beziehen sie -in ihrer masslos bigotten Verblendung- auf sich: wer wie sie fromm und buchstabengetreu (und doch etwas umformend) den ´Gesetzen´ folgt, dem wird (eines Tages!) der Messias entspringen, so glauben sie. Aber die höhere wirkliche Wahrheit ist in Seiner Rede, sie können sie nicht (er)greifen, begreifen, sie ist eigentlich unbegreiflich und nur naiv nachösterlich akzeptabel, wenn der Befreiungswunsch zerbrochen worden ist und nur zerknirschte Demut aus vielerlei schuldbeladener Tiefe -wie schon vermodernd- hochkommt! Jedoch, der Erwählte berichtet weiter von Sich: 16 "So ich aber richte, so ist mein Gericht [ge]recht; denn ICH BIN nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 17 Auch steht in eurem Gesetz geschrieben, dass zweier Menschen Zeugnis wahr sei. [Siehe 5.Mose 19,15: »Es soll kein einzelner Zeuge gegen jemand auftreten wegen irgendeiner Missetat oder Sünde, was für eine Sünde es auch sei, die man tun kann, sondern durch zweier oder dreier Zeugen Mund soll eine Sache gültig sein.«] 18 ICH BIN es, der ICH von mir selbst zeuge; und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt auch von mir." 19 Da sprachen sie zu ihm: "Wo ist dein Vater?" Jesus antwortete: "Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater." 20 Diese Worte redete Jesus an dem Gotteskasten, da er lehrte im Tempel; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. [Der Gotteskasten: damit sind die
dreizehn Opferstöcke gemeint (nicht die Schatzkammer), sie
hatten Aufschriften wie ´Geflügelopfer´, ´Holz´,
´Weihrauch´ usf, in die Opfergeld eingeworfen (und auch
die Tempelsteuer gelegt) wurde. Dreimal jährlich wurde deren
Inhalt in die Tempelschatz-Kammer(n) entleert. Die Gotteskasten
standen im Vorhof der Frauen (Zugang für alle Israeliten und
auch Frauen); dh Jesus hat nicht nur vor Männer gelehrt.] 21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: "Ich gehe hinweg, und ihr werdet mich [vergebens] suchen und in euer Sünde sterben. Wo ich hin gehe, da könnt ihr nicht hin kommen." 22 Da sprachen die Juden: "Will er sich denn selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, da könnt ihr nicht hinkommen?" 23 Und er sprach zu ihnen: "Ihr seid von untenher, ICH BIN aber von obenher; ihr seid von dieser Welt, ICH BIN nicht von dieser Welt. [Viele Exegeten sehen hier den dualen Gegensatz. Aber OBEN zeigt nur den zurücklegbaren Weg denen die von unten aufsteigen wollen. Tatsächlich ist Jesus auch als Geistwesen zu verstehen.] 24 Darum habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubt, dass ICH BIN [der ICH BIN], so werdet ihr sterben in euren Sünden." 25 Da sprachen sie zu ihm: "Wer bist du denn?" [Die hebr. Wörter (NAMEN) für
das philosophische ETWAS Sünde bedeuten ´Schuld´
als auch ´Strafe´, sowie ´Abirren´,
´Auflehnen´ (gegen das wahrhafte Gebot Gottes). Zum
Sündenbegriff des AT gehört immer das religiöse
Verhältnis zu Gott. Ohne Gott kein Abirren vom richtigen
Weg. Im AT ist die Sünde auch eine Art Krankheitsstoff des
Verhaltens, der auch ohne Absicht übertragen werden kann oder
von dem man berührt werden kann (wie schlechtes
Beispiel). Sündhaft kann nur der Mensch sein und er
verletzt damit sein verpflichtend wahrhaftes Verhältnis
zu Gott. Eingebettet ist die Sünde in der Vorstellung vom
´gerechten´ Gott, der persönliche Strafen
ausspricht: zB hat der Blindgeborene bereits im Mutterleib
´gesündigt´ (oder seine Mutter, usw.). Die
Synoptiker haben (noch) großteils den Sündenbegriff des
AT. Hier im Joh.Evglm. ist der Sünder auch der, der (quasi
unschuldig) in der Finsternis lebt und eigentlich nicht immer
vom Licht erhellt werden kann, auch wenn er es wollte (weil er
erfahren hatte vom Licht). Was immer den tatsächlichen
Sündenbegriff bildet, setzt voraus, dass der Mensch über
seinen freien Willen verfügen kann und so wissentlich
oder nicht, im Widerspruch zur (hier religiösen) Ethik handelt.
Hier: wie unschuldig (was sie auch sind!) erkennen die Juden der
Erlöser nicht, das ist ihr Programm, ihr Schicksal!] Und Jesus sprach zu ihnen: "Erstlich der, der ich mit euch rede [was ist das, dass ich noch rede mit euch?]. 26 Ich habe viel von euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich vor der Welt." 27 Sie verstanden aber nicht, dass er zu ihnen vom Vater sprach. 28 Da sprach Jesus zu ihnen: "Wenn ihr des Menschen Sohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ICH BIN und nichts aus mir selber tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich. [Das ist redaktionell ´verdeutlicht´. Siehe auch die verbale Lächerlichkeit der erhöhten Schlange, analog das wohl abscheulich ernstgemeinte ans Kreuz (aufgerichtet oben) zu schlagen! Er spricht nicht vom Hinrichtungstod. Er ist schuldlos und ein Schuldloser kann nicht (hinrichtend) getötet werden (nach K.Berger).] 29 Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt." 30 Da er solches redete, glaubten viele an ihn. [Siehe auch das Verweisen auf ´andere Wunder´ und auch hier fehlt Text, denn Er hat sicher mehr zu sagen gehabt, treffen und in Deckung mit dem kollektiven Bewusstsein der Juden...] Er bürgt mit Seinem Körper, mit Seinem Leben, für Sein Wort; letztlich um sie zu beeindrucken; Ihm kann das nur nichts sein. Und sie hören Ihm zu, Sein Charisma hüllt sie duftend ein in eine liebevolle Wolke: Er will nichts von ihnen, Er will ihnen alles geben. 31 Da sprach nun Jesus zu den Juden, die ihm vertrauten [an ihn glaubten]: "Wenn ihr meiner Botschaft treu bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger 32 und werdet die Wahrheit [Gottes] erkennen, und die Wahrheit [Gottes] wird euch frei machen." Er meint mehr als nur die Wahrheit der Wahrhaftigkeit mit Gottes Gesetz leben, Gott gefallen (gefällig sein) zu wollen. Nicht die Sklavenmoral, die Gehorsamsmoral ist gefragt, sondern das Geöffnetsein zu Ihm, dem LOGOS. Und bereit sein den süssen Atem des Geistes einatmen zu wollen. Und Er wird das Gesetz aus der Natur der Starre lösen, erweiternd für sie, wissend um die kindliche (Un)Ordnung in den Köpfen der Gotteswilligen. Und Er bereitet vor: um des einzigen guten Grunds willen, um als Gerechter in die Welt hineinleben zu können muss die tiefgründige und doch anspruchslose Liebe zu allen Sündern (wie sich selbst aufzwingend) gelebt werden! Zumindest muss eine vertrauensvolle Offenheit zum Abweichler, zum Irrenden, errichtet (und erhalten) werden können: Sein großes Beispiel soll helfen (für immer). 33 Da antworteten sie ihm: "Wir sind Abrahams Kinder [Samen] und sind niemals jemandes Knecht gewesen. Wie sprichst du denn: ´Ihr sollt frei werden?´" 34 Jesus antwortete ihnen und sprach: "Amen, Amen, ich sage euch: Wer sündigt, der ist der Sünde [Sklave und ihr] Knecht. 35 Der Knecht [hat kein Zuhause und] bleibt nicht ewiglich im Hause; der Sohn bleibt ewig. 36 So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei. [Siehe Paulus im Römerbrief Röm 6,16.18.22.] 37 Ich weiss wohl, dass ihr Abrahams Kinder seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn meine Worte rühren euch nicht an. [Siehe das Thema bei Mt 3,9 [der Täufer spricht]: »Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham (aus diesen Steinen) Kinder zu erwecken!« Also ist es mit dem Herkommen allein (noch) nicht getan und die Zugehörigkeit zum Einzigen Volk ist nichts! Das Gott gefällige Leben muss gelebt werden! Aber noch wichtiger: zuerst der Glaube! Wie kommt man zu dazu? Ist er wie angeboren?] 38 Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; und so tut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt." Was ist das für ein Dialog! In dem der Lehrer immer wieder seinen Schülern vorwerfen muss, das sie Seine Lehre nicht akzeptieren (können, wollen) und Ihn daher suchen zu töten! Das ist mehr als nur ein einfacher Wanderprediger zu erwarten hatte (ging es dem doch nur um seine ´Sendung´ und eine erbettelte Unterkunft). Nicht angetastet soll werden das naive Glauben an ein sinnvolles Hiersein, aber wenn Er für uns Sinn haben soll, so muss wohl unterschieden sein zwischen der Wirklichkeit der Wahrheit in Gott und jedem Versuch sie zu finden. Er spricht offensichtlich in Ruhe und ohne Sorgen um seine Sicherheit (wenn auch der Evglst. bedrohlich das ´Volk´ gegen Ihn aufrückt). Er erzählt was Er bei Seinem Vater gesehen hat, sie, die gläubigen Juden haben nur gehört (wie gehorchend) vom Vater: sie können keine Entscheidung für das Richtige selbst finden, das ist nicht ihre Schuld: Er aber spricht es aus. Der Offenbarer wirft ihnen objektiv Sündhaftigkeit vor, ihr jämmerlich(?) selbstgerecht besitzergreifendes Leben, das sie leben (müssen), macht sie zu Sünder, in der dominierten Welt der Besatzungsmacht Roms. 39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: "Abraham ist unser Vater." Spricht Jesus zu ihnen: "Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke. 40 Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. 41 Ihr tut die Werke eures Vaters." Da sprachen sie zu ihm: "Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater: Gott." 42 Jesus sprach zu ihnen: "Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ICH BIN ausgegangen und komme von Gott [und BIN sein Kind]; denn ICH BIN nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. 43 Warum erkennt [versteht] ihr denn meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!" [Der große Paulus in 1.Kor
2,13 »Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie
menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist
lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. 14
Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es
ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss
geistlich beurteilt werden. 15 Der geistliche Mensch aber beurteilt
alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. 16 Denn wer hat
des Herrn Sinn erkannt? Oder wer will ihn unterweisen?« Ein
Problem das fast aussichtslos der Lösung harrt; ein Widerspruch
in sich, wenn auch logisch: Kann der dem Leben Verhaftete sich in
seiner (ihn
bedrohenden) Zeit sorgen um seine
Wahrhaftigkeit in Gott?] 44 "Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit [der wahren Wirklichkeit in Gott]; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus sich selbst; denn er ist ein Lügner und ja! der Vater aller Lüge. 45 Ich aber, weil ICH die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46 Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ICH aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 47 Wer von Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum [deshalb] hört ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott." [Siehe Joh 18,37 »Da fragte
ihn Pilatus:"Also bist du doch ein König?" Jesus
antwortete: "Du sagst, dass ich ein König bin. ICH
-dazu bin ich geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die
Wahrheit [die Wirklichkeit Gottes] zeugen soll. Jeder, der aus [der]
Wahrheit ist, der hört meine Stimme."« Zwingende
Verbindung hier und eigentlich aussichtslose Bemühung um die
buchstabengetreuen Glaubenden!] 48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: "Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samaritaner bist und den Teufel hast [vom bösem Geist besessen bist]?" 49 Jesus antwortete: "Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. 50 Aber ich suche nicht meine Verherrlichung [Ich aber sorge mich nicht um meine Ehre]; es ist aber einer, der sie sucht, und er urteilt [der EINZIGE. Er ist der Richter.] 51 Amen, Amen, ich sage euch: Wer [sich an] mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen ewiglich." Das fällt ihnen ein: Er ist (wie) ein Samaritaner! Sie, die Juden, wie immer vom Evglstn. verächtlich dargestellt, die pragmatisch die (öffentlichen) ´Gesetze´ einhalten und ´betreiben´, sie können nicht offen sein für Seine zurückhaltende Weisheit: In Seiner gesegneten, durchdringenden Schau in die ´Gesetze´ sieht Er das Übel im Volk, das, von politischen, priesterfördernden ´Gesetzen´ gefesselt, lebenslüstern, ´gerecht´ und unerhellt (geworden) IST. Er will sie zurückführen, zur Vernunft des Glaubens, letztlich zur Funktion des Menschen in seinem Gott. 52 Da sprachen die Juden zu ihm: "Nun erkennen wir, dass du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: ´So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich.´ [Wieweit der andere, neue Tod Trost oder Ziel für die Juden sein soll ist nicht wichtig: Leider muss dieses (banale) Ziel verheissen werden, es geht ja nicht ohne Versprechungen. Die Juden sind -wegen Seiner offensichtlichen Machtlosigkeit- nicht beeindruckt, sie spotten.] 53 Bist du mehr als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?" W.Jens: »Glaubst du wirklich, dass du größer als unser Vater Abraham bist? Er ist gestorben. Größer als die Propheten? Sie sind gestorben. Und du, was machst du aus dir? Putzt dich heraus und spielst Gott.« Erfrischend die freiere und große Eindeutschung! Verächtliches Fragen. Wer ist der Prediger? Was kann der schon geben? Er kann nichts geben und nichts nehmen: Er IST hier, für immer! Weil Er für den Sinn der Welt steht. Er IST nie wirklich, sondern nur Hoffnung an ein rechtes AusGERICHTETsein der Existenz, gereckt hinauf in die oberste Instanz (des ´Vaters´). Und sie nehmen Seine Worte zu wörtlich: Er will sie nicht vor den Tod des Fleisches bewahren, denn aus der Welt sterben ist eine Gnade, auch wenn der Tod nie der Freund sein kann, sondern immer nur wie kaltes, angstvolles und feindliches Übertreten: letzte ZEIT und letzter ORT! (Das Sterben raubt uns die Würde des Lebens!) Er will ihnen die Angst vorm Abscheiden, vorm Verlassen, nehmen und ihre Hoffnung verlängern: Denn was sie verlieren ist nichts, gegen das durch Ihn GEWORDENE Wissen vom Ewigen Leben! 54 Jesus antwortete: "Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehrt, von dem ihr sagt, Er sei euer Gott; 55 und ihr kennt ihn nicht [mehr]; ich aber kenne ihn. Und sagte ich: Ich kenne ihn nicht, so würde ich zum Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. 56 Abraham, euer Vater, ward froh, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich." 57 Da sprachen die Juden zu ihm: "Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?" 58 Jesus sprach zu ihnen: "Amen, Amen, ich sage euch: ich war, der ICH BIN, ehe Abraham ward." Es ist nicht zu (er)leben, es ist
nur zu verstehen aus der Idee heraus: Das Leben -ansich- ist
nichtig und bis jetzt, also ohne Ihn, trostlos endigend. 59 Da hoben sie Steine auf und drohten. Aber Jesus verbarg sich und ging fort, fort aus dem Heiligtum [mitten durch sie]. 06-1996//08.2005//06-2009// |