Sigmund Freud
kann man mit einigen guten Willen in einem Zusammenhang mit
Buddha,
Sokrates, Schopenhauer, Nietzsche sehen. Durch seine
Jahrhundertleistung, seine geniale
axiomatische Auflösung
der Psyche in ein frappierend einsichtiges Modell (der
wechselsei-
tigen Verursachungen) wurde er zum Wegbereiter einer
machbaren Anwendungspsychologie,
von der noch immer (wenn auch
widerwillig) gezehrt wird. Freud entwickelte, weit vor jeder
brauchbaren Hirnforschung, ein dreischichtiges Konstrukt, das
heute -bei Freuds ausser-
ordentlicher Sprachkraft- von
ihm
mühelos in die aktuelle Richtung neurologischer
Determi-
nismus übergeführt werden könnte.
Seine
Psychologie ruht -sehr vereinfacht gesagt- auf einen dreifachen
Beziehungsknoten,
in dem zuerst über ein AUSSEN
Informationen einfliessen, fünfsinnig ins ES verarbeitet
werden [das ES wurde zuerst vom Arzt Georg Groddeck 1923 im "Das
Buch vom Es" vorgestellt].
Dort im ES wird der Input
über/durch das ICH (Ichselbst) "bewusst" gemacht
und weiter von
der fortgeschriebenen "Wirklichkeit" der
Welt, teils durch gruppendynamische "Reste" oder
auch
Besetzungen / Prägungen durch/mit dem ÜBERICH
kontrolliert. Dieses ÜBERICH ist die
Summe des
Kulturverständnisses der Gruppe in der das Individuum leben
muss und steht
stellvertretend für alles Wissen was das ICH
in seiner persönlichen Situation vom GANZEN
haben kann und
was sich aus den Arbeitsalltag des ICHs zusätzlich ausformt
und wie spiegel-
bildlich (ungewollt) identifiziert mit dem
Material der "Gebote" im ÜBERICH mit seinem
ein-
dämmenden Regelwerk. Das ES ist die genetische
Disposition [und auch das was
Schopenhauer mit "Wille"
meint] und beinhaltet eine sich andauernd verändernde
"BIBLIOTHEK" nicht glatt verarbeitbaren, auflösbaren
"Wissens" vom AUSSEN und das
"Wissen" vom
INNEN, das vom ICH erzeugt und je nach Akzeptanz mit der
persönlichen
Situation vorerst im ICH verbleibt oder in sein
Herkommen, ins ES verdrängt, auch zurück
gelegt wird.
Das ES und das ÜBERICH bedrohen und zwingen das sich am
Rande des
Bewusstseins fortwährend auflösende ICH zur
erneuernden Ordnung durch ausgleichendes
Lernen. Und was das ICH
nicht beherrschen kann wird -wie aus Not- abgetrennt und
verdrängt,
Freuds geniale Bezeichnung für die
Umschichtung ins wie Unbewusste, in dem wie untrennbar
der
persönliche problematische Zustand und das "Wissen"
vom (kollektiven) AUSSEN
gehäuft sind.
Nachtrag: Eigentlich hat das Folgende nichts zu sagen.
Stellvertretend soll es stehen für die
abscheuliche Haltung der jüdisch
/ christlichen Kulturwelt.
[Die übermächtige
Vaterfigur hat
auch Feinde erzeugt, (wieder) aktuell ein Herr
Dr.Han Israels, Dipl.Psych., der "selbst in den
einschlägigen Archiven zur Geschichte der Psychoanalyse zu
Hause," in den "Brautbriefen"
Freuds (übrigens
eine wunderbare Liebesgeschichte!) ´Beweise´ gefunden
hat die ihn
erlauben ein Buch über Freud mit dem Titel "Der
Wiener Quacksalber." zu produzieren.]
Freud, der großartige Stilist, war auch ein wunderbarer
Briefschreiber. Darauf soll
demnächst
eingegangen werden.
//06-2006//10-2009//