Der Prediger Salomonis (Kohelet)

Eine schwergewichtige und profunde Einführung in das Buch bietet der kath. Pfarrer,
Herr Dr.Jörg Sieger [http://www.joerg-sieger.de/einleit/spez/07weish/spez85.htm].
Das Buch hat 12 Kapitel, eines trostloser als das andere. Koh -so könnte man meinen- kann auf den
´Fortschritt´ der Offenbarung im NT hinweisen. Eine Textprobe, hier der Anfang (aus der Lutherbibel 1912),
zu Verfügung gestellt von der verdienstvollen Gruppe [http://www.computermission.org/cm_bibel.htm]:

Kapitel 1
1. Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs
zu Jerusalem. 2. Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist
alles ganz eitel. 3. Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner
Mühe, die er hat unter der Sonne? 4. Ein Geschlecht vergeht, das andere
kommt; die Erde aber bleibt ewiglich. 5. Die Sonne geht auf und geht
unter und läuft an ihren Ort, dass sie wieder daselbst aufgehe. 6. Der
Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum
an den Ort, da er anfing. 7. Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das
Meer nicht voller; an den Ort, da sie her fließen, fließen sie wieder
hin. 8. Es sind alle Dinge so voll Mühe, dass es niemand ausreden kann.
Das Auge sieht sich nimmer satt, und das Ohr hört sich nimmer satt. 9.
Was ist's, das geschehen ist? Eben das hernach geschehen wird. Was ist's,
das man getan hat? Eben das man hernach tun wird; und geschieht nichts
Neues unter der Sonne. 10. Geschieht auch etwas, davon man sagen möchte:
Siehe, das ist neu? Es ist zuvor auch geschehen in den langen Zeiten, die
vor uns gewesen sind. 11. Man gedenkt nicht derer, die zuvor gewesen sind;
also auch derer, so hernach kommen, wird man nicht gedenken bei denen, die
darnach sein werden. 12. Ich, der Prediger, war König zu Jerusalem 13. und
richtete mein Herz zu suchen und zu forschen weislich alles, was man unter
dem Himmel tut. Solche unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben,
dass sie sich darin müssen quälen. 14. Ich sah an alles Tun, das unter der
Sonne geschieht; und siehe, es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.
15. Krumm kann nicht schlicht werden noch, was fehlt, gezählt werden.
16. Ich sprach in meinem Herzen: Siehe, ich bin herrlich geworden und habe
mehr Weisheit denn alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem, und mein
Herz hat viel gelernt und erfahren. 17. Und richtete auch mein Herz darauf,
dass ich erkennte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber
gewahr, dass solches auch Mühe um Wind ist. 18. Denn wo viel Weisheit ist,
da ist viel Grämens; und wer viel lernt, der muß viel leiden.


Bekanntlich hat das Judentum nicht den erkenntnistheoretischen Hintergrund der griechischen Kultur, und da Kohelet
vor der Entwicklung des Hellenismus geschaffen wurde, sind seine Aussagen doppelt beunruhigend und bedrohlich.

//04-2006//04-2009//