Lesefrüchte2 Lesefrüchte1
Diesem Manne sollte man gedenken, auch wenn man nur diese Biografie kauft. Wiesenthal hat sein Leben nach der Naziherrschaft gewidmet den bestialischen Menschen, die nach der Freigabe durch die Herrschenden ihren widerlichen, grausamen Charakter "leben" konnten. Wiesenthal war nicht auf Rache aus, er wollte Recht, Gerechtigkeit -und es wurde ihm ein langes Leben beschieden, das er tagtäglich nutzte um in Kleinstarbeit und Zähigkeit das untergetauchte Gesindel aufzuspüren. Bittere Enttäuschungen musste er erleben, angesichts der eher laschen Gerichtsbarkeit. Vieles wurde vertuscht und "gerichtet" bis der Sünder sich heraus gewunden hatte, auch geschützt von Gruppen die dem Guten und der Liebe verschrieben waren...
Der berühmte US-Regisseur Verhoeven (siehe g*) war 20 Jahre Mitglied eines "Jesus-Seminars" und schöpft aus seinem lebenslangen Interesse für Jesus die Folgerung, dass Jesus nicht "Gottes Sohn" sei, sondern (nur) ein Mensch.Ich habe das Buch geschenkt bekommen, da ich seiner Meinung bin und es nicht kaufen muss um darüber zu lesen und informiert zu werden. Ich habe das Buch erst zum Teil durch und ich finde, dass einiges Erhellendes daraus beitragen kann, die christliche Religion besser zu verstehen und auch zu akzeptieren (wir wollen die grausigen Pädophilie-Details die jetzt publik geworden sind nicht mit dem Gesamtraum des Christentums und seiner (katholischen!) Kirche verwechseln). Warum kann man meinen, Jesus sei nicht göttlich sondern nur ein schlichter Mensch? Sehr wohl, weil die Idee des Christentums nicht einem barbarischen Opfer des einzigen Gottes, des "Vaters", entspringen muss (und darf!), sondern der ausserordentlichen Qualität des hochphilosophischen Gebots der Feindesliebe. Diese Philosophie ist einmalig und extrem anspruchsvoll und das Wirken des Zimmermann-Sohnes Jesus ist auf dieses Gebot zu verdichten und nicht auf den sogenannten Opfertod und daher der "Befreiung von der Erbsünde" usw. Was Jesus bewirkt hat, hat Er durch Reden und Handeln (lassen wir die Wunder weg) bewirkt. Jesus unsterbliche Leistung ist es, ohne Ducken und ohne Anbiederung, ein hochgradig humanitäres Bewusstsein zu erzeugen. Jesus ist durch Sein Denken einzuschätzen (und zu lieben, auch verehren); was die Römer mit Ihm gemacht haben bewirkt keine Religion der Liebe, sondern zeugt vom Tun der Herrschaft. //04-2010// ![]() Das Buch erschien zur Feier des 30 Jahrestages des Bestehens des Wagenbach-Verlages 1994. Ich kaufte das Buch in 07/94 und wurde konfrontiert mit einer Art Lyrik die großteils die Form hintanstellte und wie bei Brecht wird über die -oft grandiose- Aussage der Text zum Gehalt des Gedichtes. Frieds Vokabular ist bewusst karg und aus ihm ergibt sich nicht unbedingt das Gedicht, sondern erst ist die noble Aufzählung und Erzählung von Zuständen da, dann schliesst sich die Klammer schmuckloser Prosa und es wird Gedicht, manchmal sehr stark, wie das hier: WAS ES IST ES IST UNSINN SAGT DIE VERNUNFT ES IST WAS ES IST SAGT DIE LIEBE [..] ES IST LÄCHERLICH SAGT DER STOLZ ES IST LEICHTSINNIG SAGT DIE VORSICHT ES IST UNMÖGLICH SAGT DIE ERFAHRUNG ES IST WAS ES IST SAGT DIE LIEBE Quelle: Wagenbach Verlag Hier wurde alles gesagt, lakonisch, welterfahren und doch mit leiser Bitternis des Verzichts. Fried, Brecht, auch Karl Kraus, sie erschaffen mit schlanken Bausteinen Beziehungen, Werke. Meisterlich, gegen das Geklingel des großen Journalisten Heine. //03-2010// Fortsetzung H.C.Kee: Aus Kapitel 5: Das Johannesevangelium In den vorigen Kapiteln stellt Kee die Quelle "Q" vor, das sind (offensichtlich nur mündlich überlieferte) Evangelienteile die in den anderen Evangelien verarbeitet, jedoch nicht wie aus dem Markus-Evglm. von Matthäus und Lukas abgeschrieben wurden. Das Theologieherz des Kee schlägt nun für das Vorliegende im kanonischen ( = akzeptierten Evangelien) Raum und er weist auf das wichtige Johannes-Evglm. hin, ohne sich weiter über das Herkommen Jesu zu kümmern. Er zeigt auf den ausserordentlichen Prolog und auf die Predigen Jesu, die alle mit dem ICH BIN beginnen und das ist nichts anderes als der in der Übersetzung verwen- dete heilige Namen (des "Vaters") der nicht ausgesprochen und nicht geschrieben werden darf. Die Themen: ICH BIN das Brot des Lebens ICH BIN das Licht der Welt Ehe den Abraham ward BIN ICH ICH BIN die Tür zu den Schafen ICH BIN der gute Hirte ICH BIN die Auferstehung und das Leben ICH BIN der Weg und die Wahrheit und das Leben ICH BIN der Weinstock ihr seid die Reben ICH BIN´s Das letzte sagt Er als die Häscher nach Ihm fragen. //12-2009// Fortsetzung H.C.Kee: Belege aus den Schriftrollen vom Toten Meer Hier geht es um die 1947 in den Berghöhlen von Qumran (oberhalb des Toten Meeres) gefun- denen Schriftrollen [siehe diverse Links über Qumran]. Da die Römer die Siedlung um 70 n.Chr. zerstörten ist die zeitliche Zuordnung in ihrer Begrenzung sicher. Kee führt folgende Übereinstimmungen zwischen der Sekte am Toten Meer und den frühen Christen auf: A) kritisch gegen das offizielle Judentum B) beide tauften, beide im Jordan C) in Erwartung der triumphalen Ankunft des Messias waren Mahle aus Brot und Wein üblich D) beide sahen in der Person ihrer Führer die Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllt E) sie entwickelten eigenes Schrifttum das die jüdische Bibel ergänzen und neu interpretieren sollte F) beide kritisierten das offizielle Priestertum und die gottesdienstlichen Praxis im Tempel G) beide erwarteten die Zerstörung des Tempels Beiden inne ist die starke endzeitliche Stimmungslage, der Glaube an das Kommen einer Neuen Zeit, die die alte ablösen und Gott sich an die Seite der Gläubigen stellen und seine Herrschaft (neu?) über die Welt errichten werde. Es gibt keinen Hinweis auf das Geschehen wie es Paulus als erster Zeuge in seinen Briefen beschreibt, Jesus kommt nicht vor aber es gibt weise Führer in Qumran und es gibt das Klima der Endzeit. //12-2009// (Fortsetzung folgt) Howard Clark Kee: Was wissen wir über Jesus? [Reclam Nr.8920]; der Klappentext: Der Bostoner Theologieprofessor nimmt -vom heutigen Stand der Wissenschaft aus- die heidnischen, jüdischen und frühchristlichen Quellen, die Evangelien selbst und neu erforschte Texte (z.B. aus Qumran) unter die Lupe, um für ein allgemeines Publikum herauszufiltern, was wir über den historischen Jesus wissen (können). ![]() Das Original erschien 1990 in Cambridge. Und wir steigen in Kapitel 1 ein: Die nicht-testamentlichen Quellen. Oft und gerne wird ein pharisäischer Historiker zitiert (ich habe seine Werke in Buchform). Über Flavius Josephus zu empfehlende Links: [http://www.cosmiq.de/qa/show/1971768/Was-genau-schreibt-Flavius-Josephus-in-seinem -Werk-Antiquitates-Judaicae-ueber-Jesus/] [www.karl-leisner-jugend.de/] [www-theol.uni-graz.at/~heil/archiv/josephus.pdf] und mehr. Wichtig ist, die Passage bei Flavius "Er war der Christus" zu streichen, dann ist die Quelle passabel. Ein wichtiger Historiker ist Tacitus, er berichtet in seinen Annalen (15,44) auch über Nero. Hier Links aufzuführen ist nicht notwendig. Das Netz ist voll davon. Tacitus erwähnt auch das Todesurteil des Oberhauptes der Christianer, unter der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus. Beiden Historikern ist ein verwunderlicher Abscheu über die Gruppen um und durch das Oberhaupt eigen; sie gelten mindestens gottlos (eigentlich götterlos, aber seit der Caesar zugleich gottgleich war, war der (noch) bilderlose Aspekt eines Gottes ausserhalb der Welt, gepredigt von Jüngern die vom "Sohn" die Vollmacht bekommen hatten unmöglich). Belege aus rabbinischen Quellen aus dem 2. oder 3.Jhdt. bestätigen wohl seine Existenz, zeigen aber die unüberbrückbare Differenz auf. In diesen jüdischen Quellen wird er als ein gewisses Individium bezeichnet, seine Namen waren je nach Quelle Ben Stada, Ben Pandira oder Ben Panthera (ich gebe hier keine Links an, es gibt jede Menge davon, doch viele Texte dort sind seltsam bis ärgerlich). Mit Ben ist der illegtime Sohn gemeint, eines Soldaten oder anderen "ehrlosen" Mannes. Empfehlenswert in g* zu suchen [rabbi elieser] und [traktat schabbath](104). Jedenfalls wird in den Texten mit der Lehre des Jesus umge- gangen, eindeutig nicht von den Evangelien her sondern als eine lebendige Auseinander- setzung über die Torá... Wichtig auch der jüdische Gelehrte Joseph Gedalja Klausner der über Jesus (Jeschu) arbeitete: Jesus von Nazareth, Fortsetzung Von Jesus zu Paulus. Er schätzte Jesus als existierend und jüdischen Reformer ein, was ihm viel Ärger einbrachte. //12-2009// (Fortsetzung folgt) GRETCHEN: Meine Ruh ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer und nimmermehr. Wo ich ihn nicht hab, Ist mir das Grab, Die ganze Welt Ist mir vergällt. Mein armer Kopf Ist mir verrückt, Meiner armer Sinn Ist mir zerstückt. Meine Ruh ist hin, Mein Herz ist schwer, Ich finde sie nimmer und nimmermehr. Nach ihm nur schau ich Zum Fenster hinaus, Nach ihm nur geh ich Aus dem Haus. Quelle: Projekt Gutenberg-DE Und so geht das weiter und ich habe einst Faust II gelesen, weil mir die Knittelverse des Teil I zu gewöhnlich waren und auf der Hand lagen! Ja, so wie bei Mozart! Kleine Nachtmusik. Jeder kann das mitbrummen. Aber: Goethe sagt: "Als ich 18 Jahre war, war die Deutsche Sprache auch 18 Jahre alt." Ist das zu verstehen oder muss man Germanist oder Fremd- sprachler sein? Dass Großes wie gewöhnlich und bereit scheint liegt an der Kunst die Kreation einst ins kollektive (nicht Unterbewusstsein sondern) Bildungsschätzlein einge- meindet zu haben. Das Volkslied ist plötzlich da, weil es bindet etwas in uns, die absoluten Verse des Goethe sind wie das Alfabet und Singsang in uns, als wäre das immer so gewesen! //08-2009// Goethe Sämtliche Werke 8.2, Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe, Kommentar, wieder in die Hand genommen und die Meinungen von Zeitgenossen gelesen. Hervorstechend Ludwig Börne und Christian Dietrich Grabbe. Sie sind kritisch und ironisch aber doch gutwillig akzep- tierend. A.W.Schlegel, Bruder vom verstorbenen Friedrich Schlegel, äusserte sich wütend bis herablassend über den "Uhu" Schiller, dessen schlechte Meinung über die Schlegelbrüder (immerhin die Shakespeare-Übersetzer!!) im Briefwechsel zutage kam. All das war dem greisen Goethe bewusst, doch hat er mit dem Kraftakt der Redigierung der über 1000 Dokumente, inklusive das Abhandeln (Abkaufens) seiner Briefe von der Schillerfamilie, Unglaubliches geleistet. Die interessierte Welt dankte es ihm nur zum Teil. Aber Schillers Ruf wurde gestärkt; Goethe räumte ja ein dass Schiller die wichtigeren Briefe geschrieben habe; Goethe machte mit dieser Arbeit einen Liebesdienst an den Einzigen. //08-2009// ![]() Ein wunderbares Buch von Charles Dickens, auch in einer sehr ansprechenden Übersetzung von Leopold Rosenzweig, verlegt vom Verlag Philipp Reclam jun. in Leipzig. Dickens beschreibt mit viel Liebe für die "kleinen Leute" ein aussergewöhnlich bescheidenes und doch irgendwie glückliches Leben. Heute ist Dickens vielleicht langweilig und zu verliebt ins Detail, aber wenn man sich Zeit gibt, entwickelt sich alles und man wird froh über das glückliche Ende. * * * Hier eine moderne Eindeutschung von Carl Kolb (Quelle Gutenberg.de): Erstes Kapitel. Sonne und Schatten. Vor dreißig Jahren lag Marseille eines Tages im glühenden Sonnenbrand da. Eine helleuchtende Sonne an einem sengend heißen Augusttag war im südlichen Frankreich damals keine größere Seltenheit als zu jeder andern Zeit, vor- und nachher. Alles in und um Marseille starrte zu der glühenden Sonne empor, die wiederum auf Marseille und seine Umgebung herabstarrte, bis zuletzt alles weit und breit ein starrendes Aussehen annahm. Die starrend weißen Häuser, starrend weißen Wände, starrend weißen Straßen, starrend weißen dürren Landwege und die starrenden Hügel, deren Grün die Sonne versengt- machten auf den Fremden den quälendsten Eindruck. Das einzige, was nicht dieses unbeweglich starre und grelle Aussehen hatte, waren die Weinranken, die unter der Last ihrer Trauben herabhingen und bisweilen ein wenig glitzerten, wenn die heiße Luft ihre schlaffen Blätter flüchtig bewegte. Kein Wind kräuselte das trübe Wasser im Hafen oder die schöne weite See draußen. Die Grenzlinie zwischen den beiden Farben Schwarz und Blau zeigte den Punkt, den die reine See nicht überschreiten wollte. Aber sie lag so ruhig da wie der häßliche Pfuhl, mit dem sie sich nimmer vermischte. Boote ohne Zeltdach waren zu heiß, um sie zu berühren. Die Anker der Schiffe bedeckten sich mit Bläschen. Die steinernen Quader der Kais waren seit Monaten weder bei Tage noch bei Nacht kühl geworden. Hindus, Russen, Chinesen, Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen, Genuesen, Neapolitaner, Venezianer, Griechen, Türken, kurz Abkömmlinge von allen Erbauern Babels, die handelshalber nach Marseille gekommen, suchten einer wie der andere den Schatten und bargen sich in irgendeinem Winkel vor einer See, die zu grell blau war, um lange ihren Anblick ertragen zu können, und vor einem glühroten Himmel, in dem ein großes, flammendes Feuerjuwel funkelte. //07-2009//
Diesmal kein "toter Dichter" sondern ein Autor der mir aufgefallen ist; sein Werk ist wohl noch schmal, aber seine Serie "Brüssel zartherb" ist genau das was seine Qualität ausmacht: Er schreibt behutsam -auch- zartherb, ist originell und geistreich und letztlich amüsant. In der aktueller Ausgabe der "Presse" war von ihm eine ganze Seite über sein neues Buch. Ich werde es nicht lesen (können) da mich die Lethargie und "Verschmitztheit" der staatlichen Organe ermüden und deprimieren... //06-2009// Joseph Wulf hat in einer Aufsehen erregender Dokumentation die ursprünglich im Sigbert Mohn Verlag 1963/64 erschienen ist das Standardwerk der Gleichschaltung vorgelegt. Die preiswerten rororo-Ausgaben erwarb ich 1971 und trotz der beschränkten Druckqualität strahlte der gräuliche, widerliche Sinn dieser Zeit auf die Nachgeborenen durch und hält den Kummer und Abscheu lebendig. Und nicht nur die PC-Rechtschreibung stockt bei diesen Worten.. Diese Bücher zeigen die armselige und doch raffinierte Art und Weise der NS-Eliten auf. In der Einleitung im ersten Band Heine "Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen."
Aus dem Inhaltsverzeichnis: Kapitel 1 Das Jahr 1933 Verbrennung undeutschen Schrifttums Höfische Dichtung Der Fall Gottfried Benn Kapitel 2 Gesteuerte Literatur Kulturpolitik Die Reichsschrifttumskammer Literaturkritik Kapitel 3 Arteigene Literatur Nationalsozialistische Miniaturen Ästhetik Was ist Dichtung? Kapitel 4 Artfremde Literatur Rasse Juden Mit den Augen der Rassenseele Entjudung
Aus dem Inhaltsverzeichnis:Kapitel 1 Das Jahr 1933 Gleichschaltung Denunziationen Verfemte Künstler Hitlers Rede Kapitel 2 Gesteuerte Kunst Die Gebote des Nationalsozialismus Reichskammer der bildenden Künste Kunstkritik Kapitel 3 Arteigene Kunst Nordisch Germanisch Heroisch Deutsch Kapitel 4 Artfremde Kunst Rasse Juden Abstammung Entartete Kunst Kapitel 5 Raub und Plünderung Einsatzstab Rosenberg Im Westen Im Osten Aktion Linz
Aus dem Inhaltsverzeichnis: TEIL I PRESSE Kapitel 1 Gesteuerte Presse Im Februar 1933 Vom Pressefriedhof Gleichschaltung Mit NS-Augen Lenkungsapparate Propaganda Kapitel 2 Weltanschauung Der neue Journalist Feuilleton Rasse Juden Der Führer TEIL II FUNK Ouvertüre Lenkungsapparate Weltanschauung Hitler-Jugend Funk-Kritik Im Kriege //03-2009// Johann Heinrich Jung genannt Stilling Geboren am 12.9.1740 in Grund/Rothaargebirge, gestorben am 2.4.1817 in Karlsruhe. Jung wuchs in einem bedrückend ärmlichen und engen ländlichen Milieu auf; glücklicherweise konnte er sich wenigstens eine rudimentäre Bildung aneignen. Er schlug sich abwechselnd als Bauer, Grundschullehrer, Hauslehrer und Kaufmannsgehilfe durch. Mittellos studierte er 1770 bis 1772 in Straßburg Medizin; dort lernte er Goethe, Herder und Lenz kennen. Ab 1772 betätigte er sich als praktischer Arzt. Goethe regte ihn zur Niederschrift seiner Lebensgeschichte an; den ersten Teil veröffentlichte Goethe ohne Jungs Wissen ("Henrich Stillings Jugend", daher erhielt Jung seinen Beinamen). 1778 wurde er in die Kameralschule in Kaiserslautern berufen, wo er über Landwirtschaft, Fabrikwesen und Handelskunde lehren sollte; mit der Verlegung der Schule nach Heidelberg wurde er dort 1784 Professor. Ab 1787 lehrte er an der Universität Marburg, 1803 wurde er als Professor für Staatswissenschaften wieder nach Heidelberg berufen, im gleichen Jahr befreite ihn der Kurfürst von Baden von der Lehrtätigkeit, damit er sich ganz der Erbauungsschriftstellerei widmen konnte. 1806 übersiedelte Jung nach Karlsruhe; er starb als eine Autorität der neuen protestantischen Erweckungsbewegung. Quelle:Projekt Gutenberg.de. Da es nun langsam Zeit wird im PC oder elektronischen "Büchern" zu lesen meine dringende Empfehlung im Projekt [Gutenberg.de] oder in der [Digitalen-Bibliothek.de] oder in der [jung-stilling-forschung.de] nachzusehen und Jungs Texte, speziell Henrich Stillings Jugend zu lesen. Ein heller wacher und fröhlicher Geist!! Und es hilft uns Nachgeborenen die Befreiungskraft zu erkennen und würdigen, eine Kraft und ein Streben die Welt besser zu verstehen. //03-2009// |