Lesefrüchte2 Lesefrüchte1


Wiesenthal




Diesem Manne sollte man gedenken, auch wenn man nur diese Biografie kauft. Wiesenthal hat sein Leben nach der Naziherrschaft gewidmet den bestialischen Menschen, die nach der Freigabe durch die Herrschenden ihren widerlichen, grausamen Charakter "leben" konnten.
Wiesenthal war nicht auf Rache aus, er wollte Recht, Gerechtigkeit -und es wurde ihm ein langes Leben beschieden, das er tagtäglich nutzte um in Kleinstarbeit und Zähigkeit das untergetauchte Gesindel aufzuspüren.
Bittere Enttäuschungen musste er erleben, angesichts der eher laschen Gerichtsbarkeit. Vieles wurde vertuscht und "gerichtet" bis der Sünder sich heraus gewunden hatte, auch geschützt von Gruppen die dem Guten und der Liebe verschrieben waren...











Paul Verhoeven Der berühmte US-Regisseur Verhoeven (siehe g*) war 20 Jahre Mitglied eines "Jesus-Seminars" und schöpft aus seinem lebenslangen Interesse für Jesus die Folgerung, dass Jesus nicht "Gottes Sohn" sei, sondern (nur) ein Mensch.
Ich habe das Buch geschenkt bekommen, da ich seiner Meinung bin und es nicht kaufen muss um darüber zu lesen und informiert zu werden.
Ich habe das Buch erst zum Teil durch und ich finde, dass einiges Erhellendes daraus beitragen kann, die christliche Religion besser zu verstehen und auch zu akzeptieren (wir wollen die grausigen Pädophilie-Details die jetzt publik geworden sind nicht mit dem Gesamtraum des Christentums und seiner (katholischen!) Kirche verwechseln).
Warum kann man meinen, Jesus sei nicht göttlich sondern nur ein schlichter Mensch? Sehr wohl, weil die Idee des Christentums nicht einem barbarischen Opfer des einzigen Gottes, des "Vaters", entspringen muss (und darf!), sondern der ausserordentlichen Qualität des hochphilosophischen Gebots der Feindesliebe. Diese Philosophie ist einmalig und extrem anspruchsvoll und das Wirken des Zimmermann-Sohnes Jesus ist auf dieses Gebot zu verdichten und nicht auf den sogenannten Opfertod und daher der "Befreiung von der Erbsünde" usw.
Was Jesus bewirkt hat, hat Er durch Reden und Handeln (lassen wir die Wunder weg) bewirkt. Jesus unsterbliche Leistung ist es, ohne Ducken und ohne Anbiederung, ein hochgradig humanitäres Bewusstsein zu erzeugen. Jesus ist durch Sein Denken einzuschätzen (und zu lieben, auch verehren); was die Römer mit Ihm gemacht haben bewirkt keine Religion der Liebe, sondern zeugt vom Tun der Herrschaft. //04-2010//


Erich Fried

Das Buch erschien zur Feier des 30 Jahrestages des Bestehens des Wagenbach-Verlages 1994.
Ich kaufte das Buch in 07/94 und wurde konfrontiert mit einer Art Lyrik die großteils die Form hintanstellte und wie bei Brecht wird über die -oft grandiose- Aussage der Text zum Gehalt des Gedichtes. Frieds Vokabular ist bewusst karg und aus ihm ergibt sich nicht unbedingt das Gedicht, sondern erst ist die noble Aufzählung und Erzählung von Zuständen da, dann schliesst sich die Klammer schmuckloser Prosa und es wird Gedicht, manchmal sehr stark, wie das hier:

WAS ES IST
ES IST UNSINN
SAGT DIE VERNUNFT
ES IST WAS ES IST
SAGT DIE LIEBE
[..]
ES IST LÄCHERLICH
SAGT DER STOLZ
ES IST LEICHTSINNIG
SAGT DIE VORSICHT
ES IST UNMÖGLICH
SAGT DIE ERFAHRUNG
ES IST WAS ES IST
SAGT DIE LIEBE
Quelle: Wagenbach Verlag

Hier wurde alles gesagt, lakonisch, welterfahren und doch mit leiser Bitternis des
Verzichts. Fried, Brecht, auch Karl Kraus, sie erschaffen mit schlanken Bausteinen
Beziehungen, Werke. Meisterlich, gegen das Geklingel des großen Journalisten Heine.
//03-2010// 


Fortsetzung H.C.Kee: Aus Kapitel 5: Das Johannesevangelium
In den vorigen Kapiteln stellt Kee die Quelle "Q" vor, das sind (offensichtlich nur mündlich
überlieferte) Evangelienteile die in den anderen Evangelien verarbeitet, jedoch nicht wie
aus dem Markus-Evglm. von Matthäus und Lukas abgeschrieben wurden. Das Theologieherz
des Kee schlägt nun für das Vorliegende im kanonischen ( = akzeptierten Evangelien) Raum
und er weist auf das wichtige Johannes-Evglm. hin, ohne sich weiter über das Herkommen
Jesu zu kümmern. Er zeigt auf den ausserordentlichen Prolog und auf die Predigen Jesu, die
alle mit dem ICH BIN beginnen und das ist nichts anderes als der in der Übersetzung verwen-
dete heilige Namen (des "Vaters") der nicht ausgesprochen und nicht geschrieben werden darf.
Die Themen:
ICH BIN das Brot des Lebens
ICH BIN das Licht der Welt
Ehe den Abraham ward BIN ICH
ICH BIN die Tür zu den Schafen
ICH BIN der gute Hirte
ICH BIN die Auferstehung und das Leben
ICH BIN der Weg und die Wahrheit und das Leben
ICH BIN der Weinstock ihr seid die Reben
ICH BIN´s
Das letzte sagt Er als die Häscher nach Ihm fragen. //12-2009//


Fortsetzung H.C.Kee: Belege aus den Schriftrollen vom Toten Meer
Hier geht es um die 1947 in den Berghöhlen von Qumran (oberhalb des Toten Meeres) gefun-
denen Schriftrollen [siehe diverse Links über Qumran]. Da die Römer die Siedlung um 70 n.Chr.
zerstörten ist die zeitliche Zuordnung in ihrer Begrenzung sicher.
Kee führt folgende Übereinstimmungen zwischen der Sekte am Toten Meer und den frühen
Christen auf:

A) kritisch gegen das offizielle Judentum
B) beide tauften, beide im Jordan
C) in Erwartung der triumphalen Ankunft des Messias waren Mahle aus Brot und Wein üblich
D) beide sahen in der Person ihrer Führer die Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllt
E) sie entwickelten eigenes Schrifttum das die jüdische Bibel ergänzen und neu interpretieren sollte
F) beide kritisierten das offizielle Priestertum und die gottesdienstlichen Praxis im Tempel
G) beide erwarteten die Zerstörung des Tempels

Beiden inne ist die starke endzeitliche Stimmungslage, der Glaube an das Kommen einer Neuen Zeit,
die die alte ablösen und Gott sich an die Seite der Gläubigen stellen und seine Herrschaft (neu?) über
die Welt errichten werde.
Es gibt keinen Hinweis auf das Geschehen wie es Paulus als erster Zeuge in seinen Briefen
beschreibt, Jesus kommt nicht vor aber es gibt weise Führer in Qumran und es gibt das Klima der
Endzeit. //12-2009// (Fortsetzung folgt)


Howard Clark Kee: Was wissen wir über Jesus? [Reclam Nr.8920];
der Klappentext: Der Bostoner Theologieprofessor nimmt -vom heutigen Stand der Wissenschaft aus- die heidnischen, jüdischen und frühchristlichen Quellen, die Evangelien selbst und neu erforschte Texte (z.B. aus Qumran) unter die Lupe, um für ein allgemeines Publikum herauszufiltern, was wir über den historischen Jesus wissen (können).
Inhalt
Das Original erschien 1990 in Cambridge.

Und wir steigen in Kapitel 1 ein: Die nicht-testamentlichen Quellen.
Oft und gerne wird ein pharisäischer Historiker zitiert (ich habe seine Werke in Buchform).

Über Flavius Josephus zu empfehlende Links:
[http://www.cosmiq.de/qa/show/1971768/Was-genau-schreibt-Flavius-Josephus-in-seinem
-Werk-Antiquitates-Judaicae-ueber-Jesus/]
[www.karl-leisner-jugend.de/]
[www-theol.uni-graz.at/~heil/archiv/josephus.pdf] und mehr.
Wichtig ist, die Passage bei Flavius "Er war der Christus" zu streichen, dann ist die Quelle
passabel.
Ein wichtiger Historiker ist Tacitus, er berichtet in seinen Annalen (15,44) auch über Nero.
Hier Links aufzuführen ist nicht notwendig. Das Netz ist voll davon. Tacitus erwähnt auch das
Todesurteil des Oberhauptes der Christianer, unter der Regierung des Tiberius durch den
Prokurator Pontius Pilatus. Beiden Historikern ist ein verwunderlicher Abscheu über die
Gruppen um und durch das Oberhaupt eigen; sie gelten mindestens gottlos (eigentlich
götterlos, aber seit der Caesar zugleich gottgleich war, war der (noch) bilderlose Aspekt
eines Gottes ausserhalb der Welt, gepredigt von Jüngern die vom "Sohn" die Vollmacht
bekommen hatten unmöglich).
Belege aus rabbinischen Quellen aus dem 2. oder 3.Jhdt. bestätigen wohl seine Existenz,
zeigen aber die unüberbrückbare Differenz auf. In diesen jüdischen Quellen wird er als ein
gewisses Individium
bezeichnet, seine Namen waren je nach Quelle Ben Stada, Ben
Pandira oder Ben Panthera (ich gebe hier keine Links an, es gibt jede Menge davon, doch
viele Texte dort sind seltsam bis ärgerlich). Mit Ben ist der illegtime Sohn gemeint, eines
Soldaten oder anderen "ehrlosen" Mannes. Empfehlenswert in g* zu suchen [rabbi elieser]
und [traktat schabbath](104). Jedenfalls wird in den Texten mit der Lehre des Jesus umge-
gangen, eindeutig nicht von den Evangelien her sondern als eine lebendige Auseinander-
setzung über die Torá... Wichtig auch der jüdische Gelehrte Joseph Gedalja Klausner der
über Jesus (Jeschu) arbeitete: Jesus von Nazareth, Fortsetzung Von Jesus zu Paulus. Er
schätzte Jesus als existierend und jüdischen Reformer ein, was ihm viel Ärger einbrachte.
//12-2009// (Fortsetzung folgt)


GRETCHEN:
Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.

Wo ich ihn nicht hab,
Ist mir das Grab,
Die ganze Welt
Ist mir vergällt.

Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Meiner armer Sinn
Ist mir zerstückt.

Meine Ruh ist hin,
Mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer
und nimmermehr.

Nach ihm nur schau ich
Zum Fenster hinaus,
Nach ihm nur geh ich
Aus dem Haus.
Quelle: Projekt Gutenberg-DE

Und so geht das weiter und ich habe einst Faust II gelesen, weil mir die Knittelverse des
Teil I zu gewöhnlich waren und auf der Hand lagen! Ja, so wie bei Mozart! Kleine Nachtmusik.
Jeder kann das mitbrummen. Aber: Goethe sagt: "Als ich 18 Jahre war, war die Deutsche
Sprache auch 18 Jahre alt." Ist das zu verstehen oder muss man Germanist oder Fremd-
sprachler sein? Dass Großes wie gewöhnlich und bereit scheint liegt an der Kunst die
Kreation einst ins kollektive (nicht Unterbewusstsein sondern) Bildungsschätzlein einge-
meindet zu haben. Das Volkslied ist plötzlich da, weil es bindet etwas in uns, die absoluten
Verse des Goethe sind wie das Alfabet und Singsang in uns, als wäre das immer so gewesen!
//08-2009//



Goethe Sämtliche Werke 8.2, Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe, Kommentar, wieder
 in die Hand genommen und die Meinungen von Zeitgenossen gelesen. Hervorstechend Ludwig
Börne und Christian Dietrich Grabbe. Sie sind kritisch und ironisch aber doch gutwillig akzep-
tierend. A.W.Schlegel, Bruder vom verstorbenen Friedrich Schlegel, äusserte sich wütend bis
herablassend über den "Uhu" Schiller, dessen schlechte Meinung über die Schlegelbrüder
(immerhin die Shakespeare-Übersetzer!!) im Briefwechsel zutage kam.
All das war dem greisen Goethe bewusst, doch hat er mit dem Kraftakt der Redigierung der über
1000 Dokumente, inklusive das Abhandeln (Abkaufens) seiner Briefe von der Schillerfamilie,
Unglaubliches geleistet. Die interessierte Welt dankte es ihm nur zum Teil. Aber Schillers Ruf
wurde gestärkt; Goethe räumte ja ein dass Schiller die wichtigeren Briefe geschrieben habe;
Goethe machte mit dieser Arbeit einen Liebesdienst an den Einzigen. //08-2009//


Klein Dorrit
Ein wunderbares Buch von Charles Dickens, auch in einer sehr
ansprechenden Übersetzung von Leopold Rosenzweig, verlegt vom Verlag Philipp Reclam jun.
in Leipzig. Dickens beschreibt mit viel Liebe für die "kleinen Leute" ein aussergewöhnlich
bescheidenes und doch irgendwie glückliches Leben. Heute ist Dickens vielleicht langweilig
und zu verliebt ins Detail, aber wenn man sich Zeit gibt, entwickelt sich alles und man wird
froh über das glückliche Ende.
                                                     * * *
Hier eine moderne Eindeutschung von Carl Kolb (Quelle Gutenberg.de):

Erstes Kapitel.
Sonne und Schatten.
Vor dreißig Jahren lag Marseille eines Tages im glühenden Sonnenbrand da.
Eine helleuchtende Sonne an einem sengend heißen Augusttag war im südlichen
Frankreich damals keine größere Seltenheit als zu jeder andern Zeit, vor-
und nachher. Alles in und um Marseille starrte zu der glühenden Sonne empor,
die wiederum auf Marseille und seine Umgebung herabstarrte, bis zuletzt alles
weit und breit ein starrendes Aussehen annahm. Die starrend weißen Häuser,
starrend weißen Wände, starrend weißen Straßen, starrend weißen dürren Landwege
und die starrenden Hügel, deren Grün die Sonne versengt- machten auf den Fremden
den quälendsten Eindruck. Das einzige, was nicht dieses unbeweglich starre und
grelle Aussehen hatte, waren die Weinranken, die unter der Last ihrer Trauben
herabhingen und bisweilen ein wenig glitzerten, wenn die heiße Luft ihre schlaffen
Blätter flüchtig bewegte.
Kein Wind kräuselte das trübe Wasser im Hafen oder die schöne weite See draußen.
Die Grenzlinie zwischen den beiden Farben Schwarz und Blau zeigte den Punkt, den
die reine See nicht überschreiten wollte. Aber sie lag so ruhig da wie der häßliche
Pfuhl, mit dem sie sich nimmer vermischte. Boote ohne Zeltdach waren zu heiß, um sie
zu berühren. Die Anker der Schiffe bedeckten sich mit Bläschen. Die steinernen Quader
der Kais waren seit Monaten weder bei Tage noch bei Nacht kühl geworden. Hindus,
Russen, Chinesen, Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen, Genuesen, Neapolitaner,
Venezianer, Griechen, Türken, kurz Abkömmlinge von allen Erbauern Babels, die
handelshalber nach Marseille gekommen, suchten einer wie der andere den Schatten
und bargen sich in irgendeinem Winkel vor einer See, die zu grell blau war, um lange
ihren Anblick ertragen zu können, und vor einem glühroten Himmel, in dem ein großes,
flammendes Feuerjuwel funkelte. //07-2009//


Leidenfrost




Diesmal kein "toter Dichter"
sondern ein Autor der mir
aufgefallen ist; sein Werk ist
wohl noch schmal, aber seine
Serie "Brüssel zartherb" ist
genau das was seine Qualität
ausmacht: Er schreibt behutsam
-auch- zartherb, ist originell und
geistreich und letztlich amüsant.
In der aktueller Ausgabe der
"Presse" war von ihm eine ganze
Seite über sein neues Buch. Ich
werde es nicht lesen (können) da
mich die Lethargie und
"Verschmitztheit" der staatlichen
Organe ermüden und deprimieren...
//06-2009//






Joseph Wulf hat in einer Aufsehen erregender Dokumentation die ursprünglich im Sigbert Mohn
Verlag 1963/64 erschienen ist das Standardwerk der Gleichschaltung vorgelegt. Die
preiswerten rororo-Ausgaben erwarb ich 1971 und trotz der beschränkten Druckqualität strahlte
der gräuliche, widerliche Sinn dieser Zeit auf die Nachgeborenen durch und hält den Kummer
und Abscheu lebendig. Und nicht nur die PC-Rechtschreibung stockt bei diesen Worten.. Diese
Bücher zeigen die armselige und doch raffinierte Art und Weise der NS-Eliten auf.
In der Einleitung im ersten Band Heine "Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man
auch am Ende Menschen."



Aus dem Inhaltsverzeichnis:

Kapitel 1 Das Jahr 1933
Verbrennung undeutschen Schrifttums
Höfische Dichtung
Der Fall Gottfried Benn
Kapitel 2 Gesteuerte Literatur
Kulturpolitik
Die Reichsschrifttumskammer
Literaturkritik
Kapitel 3 Arteigene Literatur
Nationalsozialistische Miniaturen
Ästhetik
Was ist Dichtung?
Kapitel 4 Artfremde Literatur
Rasse
Juden
Mit den Augen der Rassenseele
Entjudung








Aus dem Inhaltsverzeichnis:

Kapitel 1 Das Jahr 1933
Gleichschaltung
Denunziationen
Verfemte Künstler
Hitlers Rede
Kapitel 2 Gesteuerte Kunst
Die Gebote des Nationalsozialismus
Reichskammer der bildenden Künste
Kunstkritik
Kapitel 3 Arteigene Kunst
Nordisch
Germanisch
Heroisch
Deutsch
Kapitel 4 Artfremde Kunst
Rasse
Juden
Abstammung
Entartete Kunst
Kapitel 5 Raub und Plünderung
Einsatzstab Rosenberg
Im Westen
Im Osten
Aktion Linz




Aus dem Inhaltsverzeichnis:

TEIL I PRESSE
Kapitel 1 Gesteuerte Presse
Im Februar 1933
Vom Pressefriedhof
Gleichschaltung
Mit NS-Augen
Lenkungsapparate
Propaganda
Kapitel 2 Weltanschauung
Der neue Journalist
Feuilleton
Rasse
Juden
Der Führer

TEIL II FUNK
Ouvertüre
Lenkungsapparate
Weltanschauung
Hitler-Jugend
Funk-Kritik
Im Kriege
//03-2009//



Johann Heinrich Jung genannt Stilling
Geboren am 12.9.1740 in Grund/Rothaargebirge, gestorben am 2.4.1817 in Karlsruhe.
Jung wuchs in einem bedrückend ärmlichen und engen ländlichen Milieu auf; glücklicherweise
konnte er sich wenigstens eine rudimentäre Bildung aneignen. Er schlug sich abwechselnd als
Bauer, Grundschullehrer, Hauslehrer und Kaufmannsgehilfe durch. Mittellos studierte er 1770
bis 1772 in Straßburg Medizin; dort lernte er Goethe, Herder und Lenz kennen. Ab 1772
betätigte er sich als praktischer Arzt. Goethe regte ihn zur Niederschrift seiner Lebensgeschichte
an; den ersten Teil veröffentlichte Goethe ohne Jungs Wissen ("Henrich Stillings Jugend", daher
erhielt Jung seinen Beinamen). 1778 wurde er in die Kameralschule in Kaiserslautern berufen,
wo er über Landwirtschaft, Fabrikwesen und Handelskunde lehren sollte; mit der Verlegung der
Schule nach Heidelberg wurde er dort 1784 Professor. Ab 1787 lehrte er an der Universität
Marburg, 1803 wurde er als Professor für Staatswissenschaften wieder nach Heidelberg berufen,
im gleichen Jahr befreite ihn der Kurfürst von Baden von der Lehrtätigkeit, damit er sich ganz
der Erbauungsschriftstellerei widmen konnte. 1806 übersiedelte Jung nach Karlsruhe; er starb als
eine Autorität der neuen protestantischen Erweckungsbewegung.
Quelle:Projekt Gutenberg.de.

Da es nun langsam Zeit wird im PC oder elektronischen "Büchern" zu lesen meine
dringende Empfehlung im Projekt [Gutenberg.de] oder in der [Digitalen-Bibliothek.de]
oder in der [jung-stilling-forschung.de] nachzusehen und Jungs Texte, speziell
Henrich Stillings Jugend
zu lesen. Ein heller wacher und fröhlicher Geist!! Und es hilft
uns Nachgeborenen die Befreiungskraft zu erkennen und würdigen, eine Kraft und ein
Streben die Welt besser zu verstehen. //03-2009//