Wort theologisch:

Und dann war es soweit, hier im Lande der Juden: ihr nun EINZIGER Gott, dessen NAME nicht mehr (weil allheilig) genannt werden darf [Erst viele NAMEN vieler Götter. Am Ende EINER, letztlich ohne NAMEN, als mystischer Höhepunkt: Vor dem Überwissen schweigt die Sprache. Peter de Rosa: "In allen Religionen wird Gott am besten durch Schweigen verkündet; Er ist die Lücke in der Sprache"]. Dieser Gott, der mit dem Wort so großartig umgehen konnte, in dem er nur sprach, sprechend gebot, und die Welt WURDE, dieser, der nicht nur mit Dank-Worten seines Volks, sondern früher lange mit blutigen Tieropfern in Stimmung gehalten werden musste; dieser Gott, der alle NAMEN besetzt, der durch die Nennung beliebiger NAMEN(Worte) wie umschrieben, beschrieben wurde, er beseelt seine Menschenkinder, erfüllt sie mit seinem Geist (gibt ihnen wie ein Mehr an Welt!) und lässt sie in diesem Evglm. verkünden (Jahrhunderte nach der Durchdringung der antiken Welt mit der Erkenntnistheorie der Griechen), dass LOGOS (das Wort), NAME für die Welt-Vernunft sei; für die im System immanent seiende Struktur, die zugleich Bauplan und Baustoff (also nicht nur zwischen Bauplan und Baustoff, sondern gesamt ist) [Da der VaterGott seinen Kindern das Wort geschenkt hat, sie ihn damit ein wenig einordnen suchen, er ihnen aber nachsichtig verzeiht, ist es müssig zu folgern ob der LOGOS einschliesslich der GottIDEE ist oder nur TEIL der Welt Gottes]. Dass der LOGOS nur gesprochenes Wort sein soll, Wort wie im AT, das ist hier nicht gemeint. Nur im Joh.Evglm. wird die Schöpfung und gebundene Möglichkeit (IDEE) der Schöpfung widerspruchsfrei vereint [Nach wie vor sehr plausibel die (nicht ganz eindeutige) Lehre Platos von der Ideenwelt, die sozusagen als finales Baumuster ungreifbar ausserhalb der Welt ist und alles was in der Welt ist, ist nur eine begreifbare Näherung; und so jedwelche Kreation nur eine (Wieder)Findung sein kann]. LOGOS ist neben Wort auch Lehre. LOGOS birgt in sich das Schöpferische wie Gottähnliche (nicht nur durch logoseigene Darstellung, sondern ansich [Soweit wir uns von unserem Ideengrund fremdelnd entfernen und in beredter Mystik schwelgen wollen... ]); LOGOS als das Machende, das Prinzip und nie Ursache; denn aller insgesamter Anfang entwindet sich aller Ursache, jedes Grundes und ist nur SEIEND. Der (hier) gottbeseelte LOGOS des Joh.Evglms. eröffnet das was die ZEIT-Reihe sein soll und erschafft sie. Alles was hier das GANZE ist, birgt in sich auch die Funktion (der TEILE), sodass Welt sein kann [Funktion sei NAME für den Prozess Sprech-Sprache, in dem sich NAMEN -für uns eineindeutig- wechselseitig einer Sprach-Reihe mit NAMEN ORT und NAMEN ZEIT zuordnen lassen; ORT sei NAME für einen beliebigen TEIL (Punkt) im GANZEN, der mit einem beliebigen System allgemein oder privat bestimmt werden kann; ZEIT sei NAME für skalierbare Elemente einer beliebigen Menge der Ausbreitung von Energie, in der pseudoscharf privat oder allgemein, ein vorher und ein nachher unterstellbar wird, usf)].
LOGOS ist in der Stoa noch eher ´wirkliche´ und transzendenzferne ´Gesetzlichkeit des Geschehens´. Im Joh.Evglm. ist mit dem LOGOS auch der (aufklärerische und belehrende) ´Heilige Geist´ gemeint, der zwingende Lehrer (der auch ´Machtwort´ Gottes ist [Das Wort Gottes im AT ist zugleich Machtwort und folgende Tat. Weiterentwickelt und frei vom Lebendigsein, muss der Geist Gottes nicht personalisiert werden: das Denkbare, Beinhaltende der Weisheit des ´Vaters´ wird als Instrument der Lehre dem Suchenden gegeben!]); ferner der Prozess des ´Fleisch´ Werdens des LOGOS im Menschen Jesus [Die allerhöchste Ordnung WIRD lebendig, wirklich und menschlich wirkend, wenn auch nur in höchster Qualität beim geisterfüllten Zimmermannssohn Jesus von (aus) Nazareth].
Alles was Welt ist, ist LOGOS ´beseelt´ oder ´behaucht´; die Materie entwickelt sich mit dem endlichen Plan von der Welt in die TEILhabe innerhalb des GANZEN. Alles was WIRD ist und muss vernünftig sein (wenn Vernunft das ist, was die zum WERDEN der Welt nötigen Funktionen prozesshaft ermöglicht/birgt) und weil wohl alle Welt einem zwangsläufig (dh zwingend endlichen) logischen Plan und nicht dem Chaos entspricht (vielleicht auch nicht entspringt). Soweit die Allerklärung durch das Prinzip des LOGOS und obwohl der ausserordentliche R.Bultmann im Joh.Evglm. den hellenistischen Einfluss für gering hält und eher die Gnosis für wichtig, meinen andere, dass das Evglm. dem jüdischen, in Mode gekommene, eklektische Philosophen Philon von Alexandria (ca. 20 vC-45 nC) verpflichtet ist, der versucht habe, das Judentum und den Hellenismus (Pythagoras, Platon, die Stoa, etc.) zu verschmelzen, indem er den (nach Zusammenführung der Stämme) den zum Eingott zusammengeführten Gott der Juden, in die hellenistische Welt-Sicht einarbeitete (dies ist wohl von den Autoren des Joh.Evglms. brillant angetextet worden). Für Philon ist Gott die Welt des Jenseits, steht aber durch den LOGOS mit der diesseitigen Welt in Beziehung. Derart, dass die (göttlich jenseitige) Weltvernunft mit der in Gottes Wort geborgenen, zur Macht der Vollbringung des Willens Gottes drängenden, unerforschlichen Weisheit und Treue zum ´Gesetz´ zusammen gefasst werde zur lebenden Lebenskunde, die als Vermittler den LOGOS braucht (und hat). Als göttliches Prinzip (Ursache, Grund aller Gründe) enthält der LOGOS auch die Ideenwelt, das (finale) Urbild und Endbild des ´Seienden´ beim WERDEN der Welt (also erweitert von der Tatsache IDEE der Welt zur Funktion IN der Welt). Dem Menschen ist der LOGOS Vernunft (oder nur das gesprochenes Wort). Ihm soll der Mensch gehorchen (und sich so der ´Wahrheit´ Gottes nähern). Auch der LOGOS der Späten Stoa ist Ordnung und Vernunft im Kosmos (der alles Leben und Denken hervorbringt und birgt). Der Kosmos selbst ist (hier wie) ein (göttliches) Lebewesen (und nicht nur ein ´All´). Aus der Vernünftigkeit des LOGOS folgt eine zweckmässige und planvolle Ordnung der Welt der Ordnung [Man versuche sogenannte letzte Aussagen immer unfertig zu halten!]. Diese Durchordnung nennen die Stoiker Schicksal (fatum) und daraus folgende zielhafte Vorsehung (providentia), das bedeutet (leider) nicht, dass menschliche Einsicht in die Vernunft des LOGOS vorliegen kann, trotz scheinbarer Klarheit [Nur dieses Evglm. setzt sich mit der Ordnung der Welt der Ordnung und mit dem freien, ungreifbaren, Gott auseinander!]. Wieweit selbstständig der Evglst. und seine Mit-Autoren die moderne Zeit in das Evglm. eingebracht haben und wieviel ihnen der Unvergleichliche als Tatsache hinterlassen hat (was Sein Eigenes war und in den anderen Evgln. unerkannt bleiben sollte), es ist nicht abscheidbar.
Dass nur Jesus Mut und Kraft und Verstehen Seinen Leuten geben konnte und auch der große Paulus nur aus der Gedankenwelt des herrlichen ´Sohns´ schöpfte, ist so sicher, wie Sein Hiersein wahr ist. Der Erwählte hat als Gefäss geborgen das Wissen vom elenden Dasein in der Welt (auch in der) des VaterGotts und Er hat wie in einem Gärungsprozess die trübe Flüssigkeit geklärt und denen, die Sein Wort (er)hören den klaren, goldglänzenden und denkbaren Weg aus der drohenden Stilllegung der Freude an Gott gewiesen. Und so soll mit der eher einfach lockeren Andeutung werdender Zivilisation des (Sprech-Sprachen)Wegs, der Prozess aufgezeigt werden, nämlich die zwanghafte Sublimierung der TEILE der Welt zum ETWAS, vom ETWAS zum NAMEN, vom NAMEN zur Schaffung der Sub-NAMEN und ihre Syntax und der Lösungsweg davon wird/ist immer der LOGOS. Und so wird für die christliche Kultur die weit über das Wort hinaus gehende Erkennung und Umsetzung, der menschgeformten Ordnung des (hebräisch stammverbundenden) VaterGottes die Formel, das in Jhdten gewordene monotheistische Denken, mit der Weisheit und Liebesfähigkeit des ´Sohns´ zu verbinden.
So stützt sich unser Evglst. auf den LOGOS, um allumfassend auch ohne Gott als Person (vor Gott, also paradox!), den Anspruch des Höchsten (dem ´Geist´ des FUNKTIONellen) darzulegen [Hilfe gibt es bei Dr.Faust: erst führt er den LOGOS zum Wort, das ist ihm nicht genug: Sinn soll es sein, nein das ist ihm zu philosophisch: Im Anfang soll die Kraft sein; blosse Energie kann nicht so sein, also: Am Anfang ist die Tat (und alle Tat ist nur möglich weil sie passabel, vernunftbeseelt ist)]. Und: LOGOS führt wie weg vom persönlichen VaterGott, der wohl in uns schlummert als kollektives Wissen von der (männlichen?) Obrigkeit, ob wir wollen oder nicht: Plötzlich ist der Kosmos ohne Gott vorstellbar und trotzdem wie von OBEN wie (liebevoll?) geordnet! Ohne Gott, aber tautologisch, kann auch gesagt werden: das Sprechen über den LOGOS ist nur mittels LOGOS möglich: Alles was von der Welt und auch von Gott gesagt werden kann, wird nur mittels LOGOS sagbar gemacht und begrenzt damit die Aussage [Auch jedbeliebige Grammatik folgt einer sinnerfüllten Welt der Ordnung (Vereinbarung) oder sie ist nicht praktikabel]. LOGOS als medialer TEIL gemeint, durchdringt das GANZE. Das GANZE ist immer vernunftbeseelt, weil das Hiersein der Welt (in der Welt!) Vernunft, System, Struktur, Funktionfähigkeit erfordert. Der NAME LOGOS vertritt das was uns gezeigt wird vom TEIL, das Zeigbare wird zur Frage (nach der Antwort). Das Gefundene führt uns ins ETWAS (der Menschenwelt zurück); der Traum von der Ordnung der Welt wird innerhalb einer strengen (jedoch wie xbeliebigen!) Ordnung gelebt. Und so führt uns dieses Evglm. in eine erweiterte Bewusstseinslage: nicht die Wunder oder Gleichnisse sprechen. Das Gesagte, Sein Wort, ist die Aussage: Er, Sein Wort WIRD Welt! Die Sinnfrage Vielleicht nicht überflüssig (und vielleicht auch etwas biedermeierlich), kurz das Wort (Begriff, Knoten, NAMEN) Sinn zu beleuchten: hier (sogenannter) Sinn des Menschenlebens.
Auch wenn wir es gelernt haben und daher glauben, wissen, dass alles einen Sinn haben muss (als Funktion eines TEILS umgeben von anderen TEILEN und einschliesslich deren Beziehungen), weil es eben so ist in der Makrowelt. Der Sinn ist die recht anspruchsvolle Hauptsache unseres Lebens, nämlich der (´menschlich-zivilisierte´) Grund unseres Daseins, jedoch grundlos, anstosslos und daher im Übergeordneten (dh aus einer idealen Vogelperspektive sehend) sinnlos. Das heisst: es wird (logischerweise nur vom Menschen) für die Mensch-Existenz ein insgesamter Sinn des Mensch-Daseins erwartet, gewünscht und dringlich ohne Beweis unterstellt. Wie kann es denn anders sein, der Sinn muss wohl auf der Hand liegen (?), ist aber nicht augenblicklich einsichtig verfügbar, denn: wir sind weder innerer TEIL der Nahrungskette, noch innerhalb des genetischen Pools und haben daher keine Brücken- oder Schlüsselfunktion für unser Umfeld (was zumindest ein Indiz für unser sinnvolles Eingeordnetsein wäre) [Diskussionslos sei also ein zivilisatorisch familiär- und gruppendynamisch ausgereifter Sinn als Minimum an philosophischer Lebensqualität erwartet und gesucht]. Im GegenTEIL! Wir sind in vielen Bereichen die Endstelle, Sackgasse (?) der Entwicklung, was keine weiter zu beachtende Aussage sein muss, wohl aber eine Tatsache ist. Und obwohl wir uns als zu ALLER Welt in Bezug tretbar, als Beitrag zum GANZEN verstehen, ist unser Hiersein nicht zwingend beziehungsvoll, wir sind nicht TEIL der, zB, Not wendet oder Grund ist für anderes...
Interessant und aus der Sinnbehaftung gelöst, ist das über uns hinaus ´entwickeln´ der Welt (=der von uns gemeinte TEIL des GANZEN) durch unsere Urban-Arbeit, nämlich zur Nachricht über uns [Wir wollen nicht darauf eingehen wieweit Menschenwerk tatsächlich nur Nachricht vom Plan eines finalen Baumusters der Welt sein kann]. Obwohl wir uns damit wie aus der Welt der TEILE entfernen und das GANZE wie zu mehren scheinen, ist unser Hiersein mit dieser Arbeit nicht verbindlicher (sinnvoller) zu machen. Wohl beziehen wir im Entwickeln des ´Neuen´ die Arbeitsleistung sinnbehaftet als Funktion mit ein, die Rückführung und Stärkung unseres Wissens vom Dasein kann damit nicht erfolgen. Die Bemühung, unsere Zivilisation zu vermehren, führt nicht zu mehr Sinn des Lebens sondern beschäftigt uns nur mehr (ablenkend auch vom Elend des Sterbens und der Endgültigkeit des Todes). Wo ist also das unserer Existenz wohl innehaftende Sinnvolle? Wir und unsere Zivilisation haben den höchsten Wirkungsgrad in der Gruppe der Primaten und aller Lebewesen; wir sind Sozialwesen, die ihr Biotop während ihrer Anwesenheit wie nachhaltig formen und weil wir unsere Sozialkraft über uns hinauswirkend sehen wollen/müssen, wir ein wie sinnvoll Eingeplantes und Verplanendes sein wollen/müssen, suchen wir nach dem Nächsten, mit der Hoffnung in der Nähe das ´JA´ zum Eigenen zu hören [Wir sind nicht nur die geborenen Untertanen sondern auch sozial nach OBEN interessiert]. Uns ist klar geworden, dass wir ausserhalb unserer Menschen-Gruppe keine Nutzniesser unserer Arbeit finden werden (von Ratten, Hunden, Bakterien, Pilzen und anderen Weggenossen abgesehen). Wir sind so sinnlos nutzlos in der Welt ohne Menschen wie eine Warze; das ist unser Problem, denn wir haben keine ökologischen Nachbarn denen wir (uns befriedigend wenn wir das wollen) zuarbeiten könnten und zum Unterschied zu vergleichbarer Existenz-Situation, zB der Primaten, haben wir ein ungleich größeres (sehr einsam machendes?) Potential, Zivilisation (letztlich nur für uns selbst!) zu errichten. Nicht für die Nächsten gut, weil es keine Nächsten gibt; uns daher NICHTS mit passablen Verstand folgen kann; wir also mit uns, mit unserer Betrachtungskraft, allein UNTEN (unter uns) sind. Weil wir meinen und ´wissen´ müssen (gelernt aus sehr langer Kindheit und großer Abhängigkeit von Bezugspersonen), dass in der Gruppe integriert zu sein (sozialen) Sinn (nicht nur für uns) ergibt; eine höhere Integrationsstufe (in zB uns vorauslebenden, überlegenen Fleisch- und Verstands-Wesen (analog Übereltern?)), uns höheren (sozialen) Sinn geben wird müssen, so ist die Erkenntnis von der Unmöglichkeit das Höhere (hier als ´Sinn´ gemeint) zu finden, enttäuschend und beunruhigend. Es scheint, dass unsere Mühe nur uns zugute kommt und eine über unseren Tag hinausreichende höhere Sinnhaftigkeit, das sogenannte OBEN, nicht erreicht, errichtet werden kann. Bei anderen Gruppenwesen sehen wir deren auswegloses Eingebautsein nicht nur als sozialen Sinn für sie selbst (obwohl sie meist davon nicht wissen scheinen), sondern wir erkennen deren Nützlichkeit für andere (zB für uns). Möglicherweise ist unser Wunsch nach höheren Sinn nur die Folge einer kindlichen Prägung, einem Aufwärtsgerichtetsein in einen sinnvollen Abschluss; auch der Wunsch nach intensiver Verstrickung untereinander befriedigt nur unser Bedürfnis nach Geordnetsein (weil bessere Erkennbarkeit) und Sicherheit [Die Fähigkeit zur Prägung (des Lernens am Erfolg) ist zwingende Funktion]. Wenn der Sinn des Lebens (der Welt, des GANZEN) ist, das Leben (das wie Materielle usf) optimal zu betreiben, so ist er immer erfüllt, sonst wäre diese Welt schon erstorben [Das richtige Modell für diese selbsterfüllende Anschauung ist das der natürlichen Auslese (Selektion), die nur Lebensfähiges (=den Lebens-Sinn erfüllendes) in der Welt lässt].
Dieser (banale) Sinn kann nicht unsere philosophische Sache sein! Dass wir uns und die Welt besehen können und darüber (für uns!) recht ordentlich urteilen können, ist unser Jammer, und verlangt zur Linderung den philosophisch anspruchsvoll begründenden Sinn; unser Wissen und unser Kummer ist leider nicht Sinn stiftend, obwohl wir uns drängend bemühen, zB aus der Tatsache Tod, Wissen vom Sterben, einen (menschlichen) Sinn abzuleiten. Möglich ist, dass die Suche nach dem Sinn in unserer fast wie verstanderfüllten Weltbeschau nur eine komplizierende Fragestellung über unser Hiersein ist, aber mehr nicht [Dass nur die -zeitweise oder immer- vom Existenzkampf Befreiten über die mehr als problematische Sinngebung des Menschenlebens reflektieren, hat mit dem Luxus dieser Frage zu tun. Es kopfschüttelt sich leicht über existenzielle Fragen bei vollem Magen... Also sei auch dahingestellt, ob die ´Sinnfrage´ nicht nur eine Vergewisserung über feinste Lebensqualität, also eine (letzte) Komfortfrage ist]. Guter Zweck und ordentlich erhabener Sinn, der sich einfügen lässt in die Ordnung der gesamten Welt (der von uns erkennbaren Welt der Ordnung), ist leider nicht zu finden. Es ist so, als würde sich mit jedem Mehr an Zivilisation, die eher poetisch-mystische Sinnfrage immer mehr zurückziehen in eine Verringerung der Antwortlast, sodass die Frage immer weniger bohrend und belastend wird. Nicht zu unterschätzen ist die Möglichkeit, unsere Aufmerksamkeit von uns weg zu locken und auf Konsum (Expansion) zu verlagern (wie ja alle Zivilisation -neben Sicherung des Überlebens- eine zerstreuende Verbreitung unserer Existenz bringt) [Um ein Wort Freuds umzukehren: Nicht aus ES muss ICH werden, sondern unser (mühsam genug errichtetes) ICH soll herabsteigen ins sensualisch fünfsinnige Herkommen und wieder ES werden (ähnlich in der Logotherapie), um ein Verlorensein zu vergessen (sich wiederfinden?)]. Daher sollten wir nicht suchen Fragen zu stellen die keine Antwort haben können und nur unsere philosophische Welt anfüllen. Nähern wir uns also, trotz des Wissens um die Antwortlosigkeit, einer anspruchsvollen These zur Erklärung der Welt und ihres Grunds (und des Grunds unseres Hierseins), in einer Art Zusammenführung aller Ausformungen (TEILE) der Welt, in dem wir unterstellen, dass uns eine nicht (leicht) erkennbare zusätzliche Schicht umgeben könnte, eine nichtpersonelle (aber doch vertraute (von uns er/gefundene)) Instanz. Und -wenn man dieses Konstrukt naiv mit Führungskräften besiedeln wollte- es als wie ein SEIENDES Controlling zu verstehen habe und uns insgesamt bergend (?) umschlösse, so muss? man weiter spielen das zuordnende Spiel, dass wir annehmen könnten, auf ein Geordnetes, über uns WESENDES, uns insgesamt in seine Macht einbezogenes Kraftfeld oder logisches System oder (wie göttlicher) Existenzgrund ansich, gestossen zu sein. Will man das haben, so ist einsehbar, dass man diesem OBEN (weil wir kniefällig Unten sein müssen) von unserem Hiersein berichten wird wollen (vielleicht müssen), zum Zwecke der zusätzlichen Einbindung in die (für uns neue und letzte und wichtigste?) Gruppe OBEN. Und wir hoffen, dass dort unser Bemühen begutachtend und nicht nur beobachtet wird (wie wir uns, unseren TEIL der Welt, zB mit mehr Zivilisation versehen oder unseresgleichen massenhaft vernichten oder auch brav fördern durch Heilkunde und Umverteilungen, usf). Das Instanz-Modell des OBEN ist wohl (endlich!) fürs Zuarbeiten geeignet und der daraus entstehende Sinn der (wie kindlichen) Geborgenheit und je nach Temperament, der befriedigenden Gehorsamkeit, ist angenehm zu leben, aber doch nicht unser (noch zu findender?) Sinn. Gibt es dieses OBEN nicht über uns, so werden wir es ironischerweise nie wissen können und überflüssigerweise uns auch noch für nichts angestrengt haben [Simone de Beauvoir sagte von Sartre, dass er seinen eigenen Himmel habe; sehr wohl kann man ein braver Sohn sein ohne Vater: als braver Vollstrecker akzeptierten eigenen Rechts (der Anderen!)].
Meinen wir aber, es gibt jene Welthaftigkeit über uns (die wir wohl nie beweisen werden können) und dass Zuarbeiten nach diesem OBEN, den gesuchten Sinn stifte und sinnerfüllte Ordnung mache (wie im Elternhaus, Schule, Arbeitsplatz, Ehe usf), so soll die Sinnfrage -als Antwort auf (vielleicht) eine Kinds(kopf)frage- beantwortet sein. Wenn wir aber meinen der (menschliche) Sinn unseres Menschenlebens sollte eine Art Baumuster einer allgemeinen und guten und skeptischen Philosophie sein, so sei jeder aufgefordert sich auf die Suche danach zu machen! Es wird -wie bisher- lange (und vergebens?) nach dem schlüssigen, beziehungsreichen Modell der ´sinnvollen´ Verknotung und Einordnung (wenn möglich auch nach OBEN) gesucht werden müssen. Auch (der Ausweg) Kunst ist nicht insgesamt (für die Welt) Sinn machend sondern -neben der Kreation ansich (als Nachricht)- nur unser abscheuliches Existieren vor aller Menschen-Welt wie gegenrechnend (vor welcher Instanz zum Teufel!) vielleicht rechtfertigend. Weil der Sinn (=Ergebnis?) der Menschengruppe wohl die Vermehrung der Gruppen-Zivilisation ist, das Menschenleben selbst nur Sinn als Funktion Leben hat, die Menschen-Existenz also insgesamt ohne Sinn für die hiesige und/oder einer übergeordnete Welt scheint, so ist es uns wohl nicht möglich, uns eingebettet in der Erfüllung einer sinnbildenden Aufgabe (im erweiterten Zusammenhang) zu sehen [Nicht gemeint ist der eigene Sinn, der eigene Lebensplan. Für sich zu sorgen ist sowieso Pflicht]. Offensichtlich ist es uns nicht möglich, sinnvoll für die Ordnung der Welt der Ordnung zu sein, ´Die Ordnung der Welt der Ordnung´, das kann eine Vorstellung von der Durchordnung des GANZEN sein und so verzweifeln wir daran und leiden an der Unvollkommenheit der Ordnung, da wir des ordnenden Sinns bedürftig sind. Und so kann wohl als erlösende Folge, das Glauben an die (Ordnungs)Größe -wie Gott- logisch, weil AUSSEN und OBEN von uns, richtig, hilfreich und sinnstiftend sein. Nicht dass die Welt des EINEN Gottes -aus Not in uns- erzeugt werden muss, das Schärfen des Blicks und die Richtungsbestimmung der Erwartung bringt uns an einen Anfang der anderen Welt, an der unsere Tatsächlichkeit enden muss. Und wie sich unser erleuchtetes Bild von der sinnerfüllten Welt in unserem INNEN vollendet, so ordnet sich unser Leben zum Aufbruch bereit für die (vermeintliche?) weitere Aufgabe. Nach weiterer Durchdringung und (glückhafter) Reduktion auf das EINE und EINMALIGE, einer EINEXISTENZ, die alles in sich als Menge aller Mengen birgt (inkl. den Glauben daran), kann man sich bereit fühlen, lichterfüllte Texte -wie zB das Joh.Evglm.- vielleicht als die rechte Poesie sehen und so die Sinnbeschränkung der Menschen-Welt, wie im Traum, zu überwinden. Und so kann -muss aber nicht- sich erschliessen ein helfender Glauben [GLAUBEN soll nicht (vulgär) heissen: NICHTS wissen, GLAUBEN kann auch bedeuten auf letzte logische Durchdringung und Widerspruchsfreiheit verzichten zu wollen; der GLAUBE als Menge, die das Logische in sich birgt und wie als Untermenge umschliesst]., aus vielleicht einer Ratlosigkeit geboren, als der familiäre Sinn unseres Lebens. Oder ist eher nur möglich die mehr als trostlose Einsicht, dass der messianische Offenbarer hier ironischerweise nur der denkbare Schlussstein ist, in einer engen, systembedingt streng gegliederten, gottlosen Welt ohne OBEN und ohne Führung? Und was wir warm und sehr sinndurchtränkt zuordnend Ihm -dem vermittelnden Menschensohn- zu(ver)trauen, ist wohl nur unser Eigenes, unser unbändiger Wunsch nach liebevoller geordneter Friedlichkeit und eines, in traulicher Geborgenheit, zu lebenden Lebens, dabei immer von den Anderen gemocht, ja geliebt werdend.
Und wenn wir wissen von unserer (unerfüllbaren?) Hoffnung und nicht wissen können, ob wir je die berauschende Ordnung des Sinns (des Sinns der Ordnung!) erleben werden, so ist es wohl besser sich vorwärts drängend hinaus zu bewegen ins Abenteuerliche! Und soweit das Denkbare im Kosmos bereits als Vorexistenz TEIL des GANZEN ist, soweit ist ALLES Wahrheit (wenn Wahrheit die ´Wirklichtkeit´ der Welt-Wirklichkeit sein soll). Und wenn im Joh.Evglm. von der ´Wahrheit´ in Gott die Rede ist, so ist nicht gemeint ein -ansich- vorhandener Zustand, sondern ein eifriges Zustreben in Richtung Idee der Schöpfung inkl. Regel, in seine (von uns erdachte) Ordnung (seiner, unserer), Gesetze. Zuarbeitend, mit der Bereitschaft, überzeugt werden zu wollen von der einzigen sinnvollen Wahrhaftigkeit, eben durch die Hingabe.


09-1996//05-2006//05-2007//08-2008//